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Stu Ungars letztes Spiel
Autoren A-E
Geschrieben von: Eurydike   

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Alles hat der Pokerspieler Chris verloren - als letztes setzt er seine Freundin ein. Und verliert. Als Sklavin muss sie nun zum Sieger …

Eurydike

Stu Ungars letztes Spiel

Fünf SM-Stories

Kartoniert, DIN-A 5

152 Seiten

15,- €

ISBN 978-3-936708-70-7

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Der Klappentext:

 

 

Die Hündin ist dressiert. Sie ist auf ihren Herrn abgerichtet. Die Hündin reflektiert nicht.

Immer tiefer ließ sie sich vor Jahren von ihrem Geliebten, dem Pokerspieler Luchs, in die dunkle Welt der absoluten weiblichen Sexsklaverei hineinziehen. Präsentierte sich nackt vor seinen Kumpanen. Kroch auf dem Boden. Ließ sich benutzen. In aller Öffentlichkeit. Willenlos. Auf dem abschüssigen Weg zur völligen Preisgabe ihres Ichs. Ihres Lebens.

Ich will, dass du mir nicht aufs Wort gehorchst. Sondern auf die kleinsten Zeichen.

Mit viel Glück entkam sie ihrem Herrn, ihrer Hörigkeit zu ihm, und fing ein neues Leben an. Mit dem Pokerspieler Chris. Der alles verspielte. Und zuletzt das Letzte einsetzte, was ihm geblieben war: sie. Seine Freundin. Und der sie verlor. An Luchs.

»Aber was er verlangt, musst du tun. Versprich mir das, Pia!« Flehen in seiner Stimme. Dieses Klein-Jungen-Flehen von Chris. »Sonst bekomme ich ein Problem – ein großes Problem!«

So kehrte sie zu ihrem alten Herrn zurück. Der bei weitem besser pokern konnte als Chris. Aber nicht gut genug für Stu Ungar, einen der weltbesten Pokerspieler.

»Ich könnte all das wiederholen, was seine Biographen erzählen. Aber in Wirklichkeit weiß ich mehr. Und manches weiß ich besser als die Biographen. Denn ich verdanke Stu Ungar mein Leben.«

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Leseprobe (aus der Story »Arouet«, die im vorrevolutionären Frankreich spielt):

  »Du!«

Die Schüchterne zuckte zusammen unter diesem einen Wort.

»Auch deinen Arsch wollen wir sehen. Sehen, was du zu bieten hast.«

Sehr langsam drehte die Dunkelhaarige sich um. Sie stand steif da, presste ihre Schenkel zusammen. Der Marquis trat vor, drückte ihren Oberkörper nach unten, so dass sich der pralle Arsch nach oben
reckte.

Das war zuviel für A. Verlegen blickte er zu Boden. Und sah das
Eisen im Kerzenschein glänzen. Am Fußgelenk der Frau.

»Mon Dieu!« entfuhr es ihm. »Warum sind sie angekettet? Davon­laufen können sie wohl kaum – aus diesem Kerker!«

»Sie sind Gefangene«, antwortete der Marquis. »Gefangene werden in Ketten gehalten. Gefangene tragen Eisenringe um die Fußgelenke. So will es das Gesetz.«

»Das Gesetz?« A rang um Fassung. »Aber das Gesetz …«

»Vergessen Sie das Gesetz. Vergessen Sie, was geschrieben steht. Das Gesetz sind wir. Die Herren. Das Gesetz bin ich.« Der Marquis lachte.

A wollte noch etwas sagen, aber da griffen die Hände des Marquis in die Pobacken der Dunkelhaarigen, kneteten sie, zogen sie auseinander. A starrte darauf und vergaß das Gesetz und was er hatte sagen wollen. »Ich würde sie gern …«, stieß er statt dessen hervor. Und unterbrach sich. Sollte nicht auch er befehlen? Wie der Marquis hier? Aber er wagte es nicht. »Ich würde sie gern noch einmal von vorn sehen«, sagte er schließlich, und das klang fast wie eine Frage.

»Hört ihr nicht, was der Monsieur sagt?« Der Marquis griff in die langen Haare der Schüchternen, zog ihren Oberkörper daran hoch. »Der Monsieur hat lang genug eure Ärsche gesehen«, sagte er. »Dreht euch um. Zeigt eure Gesichter. Eure Titten. Eure Bäuche und Schöße.«

Die drei drehten sich um. A ignorierte die Blicke der Blonden auf ihm. Dieses Lauern darin. Das Misstrauen. Er riss sich zusammen. Bemühte sich um Contenance. Um Sachlichkeit. »Wer sind diese Frauen, Marquis?« fragte er. »Woher kommen sie? Wie heißen sie?«

»Das müssen Sie sie selbst fragen, Monsieur.«

Aber A fragte nicht; er hatte seine Fragen schon wieder vergessen, während sein Blick über den Körper der Dunkelhaarigen wanderte, von den Fesseln über die schlanken Waden, hinauf zu den vollen Schenkeln. Er starrte auf ihren Schoß. Wo sich dunkel ein dichter Wald aus Locken kringelte. Ein Wald, in dem er seine Nase, seinen Mund, seinen Kopf versenken wollte. Was verbarg sich in, was hinter diesem Wald? Er schluckte, hob den Blick, sah den Mann neben sich an. Bemerkte der Marquis, was in ihm vorging? Wie verlegen ihn das alles machte? Und wie gebannt er war von dem Anblick? Mit einem Taschentuch wischte er sich über die Stirn. Er wollte die Frau anreden. Aber er wusste nicht, wie. Seine Zunge fuhr in die Mundwinkel, er spürte das Zucken eines Augenlides. Seine Finger kneteten einander. Er wollte ihren Namen wissen. Doch selbst diese Frage, die einfachste aller Fragen, wollte nicht über seine Lippen kommen. Bekannt dafür, ein Mann des Wortes zu sein, übte er seine wendige Zunge sonst bei jeder Gelegenheit. Er war stolz auf seinen Geist. Auf seine Schlagfertigkeit. Aber hier am Hof schienen ihm Geist und Witz abhanden gekommen. Er fühlte sich unbeholfen. Unwissend. Er hatte es gespürt, seit er angekommen war, wie die Höflinge hinter seinem Rücken über ihn lachten.

»Du da.« Das kam barscher, als er beabsichtigt hatte. Aber es zeigte Wirkung. Die Schüchterne schaute auf. Ihn an. Erschreckt. Verängstigt. Bittend. Er war es, der das bewirkte. Und das gab ihm ein Gefühl von Stärke. Von Macht. Über die er sonst nicht verfügte. Sonst verfügte er nur über seinen Scharfsinn und seinen Witz. »Dein Name«, sagte er. »Wie heißt du?«

»Laly, Monsieur.« Ihre Stimme war leise und schwach. Passte zu dem flehenden Blick, zu der scheuen Haltung. Aber nicht zu ihrem blühenden Fleisch. Laly. Er wollte sich auf sie stürzen. Sein Herz klopfte schnell, sein Atem ging kurz und heftig. Sich auf sie stürzen, ihr Fleisch packen. Sie nehmen. Besitzen. Er holte tief Luft. Suchte nach seinem Verstand. Für den er bekannt war. Der ihm diese Position eingebracht hatte. Als Hofpoet. Laly. Der schönste Name, schien es ihm, den er je gehört hatte.

»Kommen wir bald hier raus?«, fragte eine der Blonden plötzlich.

»Du sprichst, wenn du gefragt wirst!«, fuhr der Marquis sie an. »Sonst hältst du deinen dreckigen Mund.«

»Ist doch wahr! Ständig kommen neue Herren, die uns mustern.« Sie verzog ihre Lippen. »Ständig …«

Und dann schrie sie auf. Und auch Laly schrie auf. Obwohl der Schlag nicht ihr gegolten, nicht sie getroffen hatte. Entsetzt blickte Laly von dem Marquis, in dessen Hand die Peitsche schwang, auf den Schenkel der Frau neben sich.

»Das wird dich lehren«, sagte der Marquis. »Ab jetzt hältst du dein Schandmaul.«

Auf der zarten, hellen Haut der Blonden zeichnete sich ein schmaler roter Streifen ab. Alle starrten sie auf die Spur, die die Peitsche hinterlassen hatte. Sich auf sie stürzen, dachte A, auf eine der Frauen, gleich auf welche. Wieder fuhr seine Hand über die Stirn, die feucht war vom Schweiß. Er spürte die Schwellung, das Pochen in seiner Hose. Das Bedürfnis nach diesen Leibern. Danach, seine Lust zu stillen an ihnen.

»Du hast zu schweigen«, sagte der Marquis zu der Frau, »bis du
gefragt wirst. Kapiert?« Die Peitsche schwang bedrohlich in seiner Hand.

»Ja, Monseigneur.«

»Vergiss nicht, was du bist.«

Die Frau sah auf die Peitsche, dann in die Augen des Marquis, kurz nur, schüchtern jetzt auch sie.

»Was bist du?«, fragte der Marquis.

Sie sah auf den Striemen an ihrem Schenkel; Blut sickerte hervor. Sie sah zu Boden. »Nur eine Sklavin, Monseigneur.«

Sklavin. Das Wort fuhr A zwischen die Beine.

»Und was ist dein Lebensinhalt?«, fragte der Marquis weiter.

»Den Herren zu dienen, Monseigneur.« Auch ihre Stimme klang jetzt scheu. Sie sprach stockend. Sehr leise. Wie leicht es gewesen war, sie zu zähmen! A wunderte sich. Ein wenig Schmerz. Die Androhung weiteren Schmerzes. Das hatte gereicht. A versuchte sich auf seine Gedanken zu konzentrieren. Auf die Fragen, die ihm durch den Kopf schwirrten. Während etwas anderes, rein körperlich, ihn von der Formulierung dieser Fragen abhalten wollte. Mon Dieu! Er war doch ein Mensch! Vernunftbegabt. Er legte zwei Finger auf das Augenlid, um den zuckenden Nerv zu beruhigen. Seine Zunge fuhr über die Lippen. Er zügelte sich, zwang sich zu Sachlichkeit. »Warum, Marquis, wurden sie gefangen genommen?« fragte er, um es sich selbst zu beweisen: dass er kein Tier war. Sondern der Ratio gehorchte. Dem Logos. Nicht seinen Trieben. »Was haben die drei Frauenzimmer getan?«

»Die Sklavinnen, meinen Sie?«

A nickte. Er brachte das Wort nicht über die Lippen.

»Nun – nichts, Monsieur.« Der Marquis schien verwundert über diese Frage.

»Nichts?«

»Nichts.«

»Aber … warum … wurden sie dann gefangen genommen?«, wiederholte A seine Frage.

»Für Männer wie Sie, Monsieur. Und mich. Um uns Vergnügen zu bereiten. Um uns zu dienen. Aus keinem anderen Grund.«