| Offene Worte: Dominas |
| Autoren F-J |
| Geschrieben von: Hoffmann, Arne |
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Arne Hoffmann / Rüdiger Happ Offene Worte: Dominas Paperback, 23 Fotos 244 Seiten 18,- € ISBN: 978-3-936708-47-9 Klappentext: »Dominas« - immer noch umgibt diesen Beruf eine Aura von Geheimnis und Verruchtheit ... Lady Alexa, was genau macht einen Gast zu Ihrem Lieblingssklaven? Baroness Mercedes, hat Ihre Tätigkeit als Domina auch Ihre privaten Beziehungen zu Männern verändert? Lady Arachne, was sollte eine Nachwuchs-Domina mitbringen, damit sie bei Ihnen einsteigen kann? Madame Charlotte, Sie verfügen über »Eigentümer«, also persönliche Sklaven. Was können Sie uns darüber berichten? Herrin Celeste, wie läuft eine Erziehung per E-Mail ab? Lady de Cobra, eine der Einrichtungen in Ihrer Residenz ist ein sogenanntes »Schlachthaus«, in dem Sie für Ihre Besucher »Scheinschlachtungen« anbieten. Was darf man sich darunter vorstellen, und was empfinden Männer daran als reizvoll? Miss Carina, würden Sie uns schildern, welche erotischen Spiele Sie mit einem im Schoß Ihres Begleiters versteckten Elektrogerät in einem Restaurant durchgeführt haben? Varah, auf welche Weise verknüpfen Sie bei Ihrer Arbeit SM-Spiele und Tantra? Mademoiselle Sheba, wie sind die Reaktionen, wenn bei einem erotischen Einkaufsbummel eine wildfremde Dessousverkäuferin an Ihrem Sklaven tätig werden soll? Lady Teresa, wie verhalten Sie sich, wenn ein Kunde Nazi-Rollenspiele oder Guantanamo-Inszenierungen von Ihnen verlangt - oder den Wunsch äußert, als »Kanake«, »Saujude« oder »Nigger« gedemütigt zu werden? Nala, wovon träumt eine schwangere Domina? »Offene Worte: Dominas« ist der ultimative Interviewband für diese schillernde Profession. Arne Hoffmann stellt 15 der profiliertesten Herrinnen Deutschlands Fragen, die ans Eingemachte gehen. Dabei zeichnet er ein ebenso eindrucksvolles wie realistisches Bild von diesem facettenreichen Beruf, dessen Wahrheit bislang von allzu vielen Medienklischees getrübt ist. Inhaltsverzeichnis:
Vorwort des Verlegers ... 6 Auszug aus dem Interview mit Lady Nala: Arne Hoffmann: Nächste Frage: Woran hast du denn Spaß? Was kann ein Kunde bei dir erwarten? Sagt man eigentlich »Kunde« oder »Freier« - oder wie nennt ihr eure Besucher? Nala: Generell wird der Kunde in der Szene »Gast« genannt. Allerdings mag ich diese Bezeichnung nicht, denn auch Menschen, die nur in ein Café gehen, nennt man »Gast«. Deshalb nenne ich jene Menschen, die zu mir ins Studio kommen, »Spielpartner«. Arne Hoffmann: Na, das ist ja eine ganz schöne Bandbrei... Moment - Tötungsfantasien? Wie darf man sich denn solche Spiele vorstellen? Nala: Erst mal zu deiner Beruhigung: Bisher ist noch jeder Spielpartner eines Tötungsrollenspiels lebend - mit all seinen Körperteilen - aus dem Studio nach Hause gekommen. Nun, Tötungsfantasien sind zum Beispiel mittelalterliche Hinrichtungen, Vampirspiele oder Agentenspiele. Von Tierschlachtungsrollenspielen nehme ich großen Abstand, da dies nicht mein Kink ist. Diese Rollenspiele sind vor allem auch für mich sehr erregend, denn ich liebe es, bis zum Äußersten zu gehen. So kommt es auf die Vorliebe meines Spielpartners an, wie er gerne an seine Grenzen geführt wird. Allerdings kann ich eines sagen: Wer schon mal von jemandem im Schwimmbad unter Wasser gedrückt wurde und dann hochkam, um einen Atemzug zu tun, der weiß, wie sich »Leben« anfühlt. Und genau auf diese Art und Weise winke ich meinem Spielpartner mit hämischem Grinsen zu - im Wissen, dass der große Atemzug das Leben bedeutet. Und nicht zu wissen, wann das nächste Mal das »Leben« eingeatmet werden kann. Auch das Pulsieren der Halsschlagader wirkt zunehmend erotischer, wenn dagegen eine Klinge eines scharfen Messers gerichtet ist. Meine Opfer wissen, dass sie mir zu 99 % vertrauen können. Aber es gibt immer dieses eine Prozent, diese kleine Chance, dass doch etwas komplett Unvorhergesehenes passiert. Dieses eine Prozent Wahnsinn. Und genau da liegt der Kick. Mein Spielpartner weiß: In solchen Momenten halte ich mein Raubtier in mir mit aller Kraft fest. Und er hofft, dass sich das Raubtier nicht einfach losreißt. Diese Angst, die dadurch entsteht, erregt mich. Und meinen Spielpartner genauso. Arne Hoffmann: Hast du jemals dein Innenleben erforscht, woher solche Gelüste stammen könnten? Und kennst du ähnliche Gefühle auch außer-halb von SM-Spielen? Nala: Ja, ich habe mein Innenleben erforscht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich es nicht sagen kann, woher solche Gelüste kommen. Das ist auch gut so - man muss nicht alles analysieren und wissen. Denn gerade weil man nicht sagen kann, woher Gefühle kommen (und SM hat mit Gefühlen sehr viel gemein), ist es doch so spannend, sie zu haben. Nur dadurch entsteht diese Überwältigung, im positiven wie auch negativem Sinne. Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass ich nur im SM Gefühle habe. Natürlich habe ich auch im un-SMigen Leben derartige Gefühle - wenngleich ich sie hier im Zaum halten muss. Deshalb empfinde ich auch SM als Ventil, um meine Gefühle loszuwerden. Wenn man die Welt durch einen intensiven Flug verlässt und schließlich wieder landet, sieht alles plötzlich ganz anders aus. Arne Hoffmann: Während wir dieses Interview führen, ist in der neuesten Ausgabe der feministischen Zeitschrift »Emma« ein Interview mit der Berliner Domina Ellen Templin erschienen. Sie berichtet, dass das neue Prostitutionsgesetz ihrem Eindruck nach die Freier immer enthemmter gemacht habe: »Neulich habe ich zu einem gesagt: Mehr geht nicht. Wir können dich fesseln, schlagen, aufhängen, wir können alle Körperöffnungen stopfen. Aber was bitte noch? Wir können dich nur noch umbringen!« Wie ist das bei dir - werden auch deine Spielpartner immer enthemmter? Nala: Enthemmung ist doch an sich keine schlechte Sache. Immerhin kennen sehr viele Menschen (ob nun professionell oder privat) im SM-Bereich die Hemmung, sich so auszuleben, wie sie sich gerne ausleben möchten. Es ist schade, dass diese Aussage im Interview von Frau Templin auf »fesseln, schlagen, aufhängen, stopfen und umbringen« reduziert wird, denn ich sehe wesentlich mehr Möglichkeiten, ein grenzwertiges Spiel zu führen. Wenn mir meine Spielpartner ihre intimsten Wünsche mitteilen, dann sehe ich dabei nicht das »enthemmende Prostitutionsgesetz«, sondern einen Menschen, der nun mal bestimmte Neigungen hat. Ich meine, ich selbst habe Neigungen, die vielleicht nicht dem üblichen Klischee entsprechen, und es ist mir eine Ehre, als »enthemmt und brutal« bezeichnet zu werden. Denn ernsthaft: Man muss seinen Spielpartner nicht umbringen, um brutal zu sein. Und bisher haben sämtliche meiner Opfer alle ihre Körperteile noch an sich, und sie erfreuen sich bester Gesundheit. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht hin und wieder mit der Überlebensangst meiner Opfer spiele. Arne Hoffmann: Welche Tabus hast du und warum? Nala: Nun, meine Tabus umfassen an sich den klassisch-typischen Rahmen - alles, was illegal ist, alles, was mit Tieren im zoologischem Sinne zu tun hat, und bleibende Schäden. Es macht mich wirklich traurig, dass derartige Dinge - die an sich selbstverständlich sein sollten - nochmals extra betont werden müssen. Es widerstrebt mir, nun eine explizite Tabuliste zu erstellen - zumal sich so ein Buch bestenfalls viele Jahre hält - und ich mich immerhin weiterentwickle. Tabus werden aufgelöst, oder es kommen neue hinzu. Nala: Natürlich. Das kommt ständig vor. In Emails wird beteuert, dass man sich die Webseite genau durchgelesen hat, und im nächsten Atemzug wird nach einem der Tabus gefragt und ob dies möglich sei. Oder jemand aus der Crushingszene möchte, dass Schnecken zertreten werden. Der nächste will einen echten Hund haben. Ich käme wahrscheinlich mit einer ehrlichen Anfrage, die in etwa lautet »Ich habe mir nur deine Bilder angeschaut und keine Texte durchgelesen. Ist dies oder jenes möglich?« besser zurecht als mit einem der oben genannten Fälle. Manche machen sich auch einen Spaß daraus, genau nach Schockthemen zu fragen. Vor allem durch die Tötungsrollenspiele kommen immer wieder Spinner auf, die der Meinung sind, sie müssten nun auch ihren Beitrag zum Leben einer Domina abgeben, indem sie permanente Telefonauskünfte über die Rollenspiele haben möchten. Viele denken nicht so weit, dass ich am anderen Ende des Hörers mir meinen Teil denke oder dies sogar irgendwann einmal zur Belustigung der Kolleginnenmeute als nette Kolumne verfasst wird. Ich weiß nicht, was es einem Menschen bringt, nach etwas zu fragen, dessen Antwort sowieso »Nein« ist. Vielleicht müssen Sie es einfach nur noch mal hören? Vielleicht denken sie auch, sie könnten mich damit schocken? Arne Hoffmann: Kommen wir mal wieder auf die Praktiken zu sprechen, die du auch tatsächlich auf deiner Website anbietest. Dort ist mir unter anderem die Hängebondage aufgefallen, was man ja auch erst mal beherrschen muss. Hast du das auch in den Dominastudios gelernt, von denen du erzählt hast, oder hattest du da auch andere Lehrmeister? Du posierst ja auch als Model für Matthias T. J. Grimme ... Nala: Alles, was ich an Praktiken anbiete, habe ich nicht in Dominastudios gelernt, sondern bereits vorher. Ich bin eine SMlerin, und das seit zehn Jahren. Mein großer Mentor war mein Exfreund, mit dem ich sieben Jahre dieser SM-Zeit teilte. Von ihm habe ich so gut wie alles gelernt, was ich heute kann. Natürlich verfeinert man im Laufe der Zeit seine Praktiken. Vor allem wird man wesentlich routinierter darin, als es ein Mensch ist, der SM nur privat auslebt. Im professionellen Bereich hat man SM eben fast tagtäglich. Aus der Kritik in den SCHLAGZEILEN 100, November 2008: Interessant ist das Buch allemal, die Frauen erzählen offen über ihre Arbeit, über die Lust an und den Frust mit den Männern, über Spaß am SM und ungewöhnliche Wünsche der Kunden. Aus einer Kundenrezension bei Amazon.de (mit Einverständnis der Verfasserin): Ein bißchen reißerisch klingen sie schon, manche Kapitelüberschriften in diesem Buch. Aber bei so einem Titel ist das erlaubt. Bei den Interviews selbst ist nichts reißerisch, die Inhalte sind faszinierend genug: Von der Extremdomina, die Männer tatsächlich in Bausch und Bogen für minderwertige Kreaturen hält, bis hin zur verständnisvollen »Kuscheldomina« ist alles vertreten. Wir erfahren, wie sie ihre Neigungen entdeckten, welche Praktiken ihnen den stärksten Nervenkitzel bereiten und welche Probleme es mit manchen Gästen geben kann. Interessant auch das Kapitel, wo der Mitautor Rüdiger Happ eines der Studios dieses Bandes selbst ausprobierte und prompt in den Graben zwischen Wunsch und Wirklichkeit fiel: Nach ein, zwei Tagen war ihm dann doch das »Kriegsgefangenendasein« zu viel und die Kerkerzelle zu öde, und er nahm Reißaus nach Hamburg ... |
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