| FamilienWerte |
| Autoren P-T |
| Geschrieben von: Stepford, S. G. |
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Makellos präsentiert sich der US-Südstaat Missiona seinen Besuchern: sauber, friedlich, ordentlich. Dumm nur, wenn man als Gast in Machtkämpfe und Intrigen hineingezogen wird ... SaMantha Gräfin Stepford FamilienWerte 240 Seiten 19,50 € ISBN 978-3-936708-50-9 ********** Beschreibung: Es scheint alles perfekt eingerichtet im Staate Missiona …
… genau wie einst im »Stepford« Ira Levines, wo kratzbürstige Emanzen mit fiesen Methoden in anschmiegsame Hausfrauen und Gebärmaschinen verwandelt wurden. – Die Freiheit der Berufswahl ist aufgehoben; mit vermeintlich perfekt ausgeklügelten psychologischen Tests wird allen Jungs und Mädels ihr zukünftiger Berufs- und Lebensweg vorgezeichnet in dem (fiktiven) US-Südstaat Missiona. Knaben, die laut Test als »zu weich« erscheinen z. B. für die Führung eines Unternehmens, droht sogar die Zwangsumwandlung in eine Frau - in eine richtige Frau, die sogar Kinder kriegen kann. Zugleich wird die Richtung der Forschung mehr von privaten Sponsoren bestimmt als von Gesellschaft und Staat. Ausgesprochen Pech haben junge Familienerben, wenn noch reichere Verwandte den Testverwaltern ein üppiges Bestechungsgeld zuschieben, auf daß der TEST dem hoffnungsvollen Knäblein attestiere, nur zum braven kinderkriegenden Hausfrauchen geeignet zu sein ...
Nach außen hin erscheint der Staat Missiona wie eine Mischung aus Singapur und dem realen US-Süden: frömmelnd, aufgeräumt, »sauber« – natürlich vor allem moralisch. Daß eine solche Mischung aus Rohrstock und Gottesdienst, aus Gentechnik, Turbokapitalismus und Frauenentrechtung in Wirklichkeit aber Korruption und Nepotismus anzieht wie der Misthaufen die Fliegen, ist nicht verwunderlich. Unter der ach so harmonischen Oberfläche blühen und gedeihen die verbrecherischen Intrigen, und wehe dem armen Opfer oder Außenseiter, der - wie der junge Deutsche Christian - in das Räderwerk der Intrigen der wirklichen Drahtzieher und Systemprofiteure gerät …
Es ist etwas faul im Staate Missiona ...
Der Klappentext:
Eigentlich hatte er nur ein paar Wochen lang Ferien unter Palmen machen wollen, als er die geschäftlichen Verhandlungen zur Sicherung seines Erbes in good old Germany hinter sich hatte. Doch dann erreichte ihn plötzlich der Brief, der ihn zum TEST zitierte - der Brief, der das Verhängnis ins Rollen brachte ...
Eine makellose Vorzeigewelt präsentiert der US-Südstaat Missiona seinen Besuchern: sauber, friedlich, ordentlich. Intrigen und Machtkämpfe bleiben unsichtbar. Dumm nur, wenn man als Außenstehender aus Deutschland wider Willen in sie hineingezogen wird ...
Die vermeintlich harmlose Aufforderung (Leseprobe, Kapitel XI):
»Guten Morgen, Christian!« begrüßte die zierliche Blondine den braungebrannten jungen Mann im seidenen Kimono.
Die SCHLAGZEILEN 98 im Sommer 2008 über das Buch:
Ein echter SM-Roman voller schräger Verwicklungen
»Familienwerte« ist ein Buch, das mich wirklich positiv überrascht hat.
Eine gut durchdachte Story mit interessanten Wendungen, eine gelungene Mischung verschiedener Genres. Der Hauptstrang handelt von dem jungen Deutschen Christian, der nach dem Tod des Vaters die Firma übernimmt und zwecks Geschäftsverhandlungen seine Familie in Amerika besucht. Christians Onkel und dessen Familie leben in einer Gemeinde, in der die Welt noch in Ordnung ist und in der die Rollen von Frau und Mann klar und klassisch definiert sind. Eine zentrale Rolle spielt der »Test«: Jeder Jugendliche muß sich ihm unterziehen und wird dann per Auswertung einem Beruf zugeteilt, den er erlernt. Frauen werden in der Regel zu Hausfrauen und Müttern erzogen. Aufgrund bürokratischer Verwicklungen muß sich auch der [19jährige] Christian diesem Test unterziehen … Das Ergebnis verblüfft: Christian ist eigentlich eine Frau. Und ob er will oder nicht (er will nicht), wird er umoperiert zu einer biologischen Frau, die sogar Kinder gebären kann. Die Umwandlung wird begleitet von einer Internatsausbildung inklusive Hypnose und körperlicher Bestrafung. Leider ist der Test nicht fehlerfrei, und auch Christians Familie ist eher hinter seiner Firma her, als daß sie an seinem Wohlergehen interessiert wäre. Ob es Christian gelingt, die Intrige zu durchschauen, und ob er sich mit seiner Rolle als Frau abfindet? Selber Lesen – lohnt sich! (Zilli)
Aus Christian, dem Nachwuchsunternehmer, wurde Christine, die Schülerin(Leseprobe, Kapitel XX):
»Christine Frommler!«
Als ihr Name aufgerufen wurde, erhob sich die junge Frau und ging in Richtung des Zimmers der Direktorin, das von der Aula über einen Seitenkorridor erreichbar war. Die können sich auch nicht richtig an meinen Namen gewöhnen, genauso wie mir noch manches fremd ist ... »Guten Morgen!« sagte eine korrekt gekleidete ältere Dame freundlich, als Chris ohne weitere Aufforderung das Zimmer betreten hatte. »Du mußt Christine Frommler sein! Ich bin Geraldine Flanagan, die Leiterin dieser Schule. Willkommen bei uns!« Sie ging auf Chris zu und schüttelte ihr die Hand. »Ich lege Wert darauf, jede neue Schülerin persönlich zu begrüßen und kennenzulernen. Wie geht es dir? Hast du dich schon an dein neues Ich, dein eigentliches Ich gewöhnt?« »Na ja«, räumte Chris ein, »ein wenig ungewohnt sind diese schwingenden Röcke und Kleider schon noch, allerdings bei Hitze gar nicht so unangenehm.« »Da hast du sicher recht. Nun, wir werden hier in einem viermonatigen Kurs daran arbeiten, daß dies alles und noch viel mehr für dich zur Selbstverständlichkeit wird, zum Ausdruck deines eigenen Wesens - was es ja jetzt schon ist; wir müssen es nur bekräftigen. Du wirst hier im Schnelldurchgang einiges von dem lernen, was unsere Mädels sonst in den hauswirtschaftlichen Gymnasien über Jahre hinweg lernen: Kochen, Backen, Nähen, Raumpflege, Kleiderpflege, Säuglingspflege. Alles etwas oberflächlich natürlich nur, auch wenn ihr in eurem Alter natürlich schneller lernt als die Vierzehnjährigen. Hinzu kommt dann noch die medizinisch-psychologische Nachsorge, dreimal wöchentlich je anderthalb Stunden, unter anderem mit Hypnose, damit ihr euch besser in euer neues Leben einleben könnt. Was euch dann noch fehlt, das lernt ihr im praktischen Leben schnell.« Chris schien etwas anderes mehr zu beschäftigen. »Sagen Sie einmal ...« Sie zögerte.
»Ja?« »Ist es wahr, was überall behauptet wird ... daß hier noch der Rohrstock zum Einsatz kommt?« Anstelle einer Antwort holte Miß Flanagan einen langen, dünnen, gelblichen Stock unter ihrem Schreibtisch hervor und legte ihn darauf. Sie lächelte, als sie Chris' Beklommenheit sah. »Nimm ihn nur die Hand, er beißt nicht!«
Chris nahm ihn vom Tisch auf und spürte, wie ihr Herz schneller hüpfte. Sie ließ den Stock, widerwillig fasziniert, durch ihre linke Hand gleiten. »Wir haben die Erfahrung gemacht, daß sich die völlige Abkehr von der körperlichen Züchtigung nicht bewährt hat. Die Kraft vernünftiger Argumente hat doch oft ihre Grenzen ... da haben wir das hier als ultima ratio, als äußerstes Mittel, wiedereingeführt.« »Aber wir sind doch schon erwachsen!« entfuhr es Chris ganz unwillkürlich. »Aber ihr macht eine Phase der Neuorientierung und Umerziehung durch, in der ihr das neu lernen müßt, was die anderen bereits mit vierzehn, fünfzehn gelernt haben.« »Sie meinen - alle ›Nachzügler‹ ... werden so erzogen?« Das Lächeln der Schulleiterin verstärkte sich. »Nun, es wäre wohl etwas unpassend, angehende Architekten oder Straßenbauer mit Rohrstöcken zu traktieren, nicht wahr? Wir machen das selbstverständlich nur bei den Personengruppen, bei denen es angemessen ist.« Angesichts dieser lächelnden Selbstverständlichkeit fiel Chris nichts mehr ein. »Schau nicht so entgeistert, Mädchen!« rief die Schulleiterin lachend und fuhr Chris durchs goldblonde Haar. »Schöne Haare hast du, und schon so schön halblang - die werden wir das nächste halbe Jahr hindurch nicht mehr schneiden, damit sie noch schöner werden, nicht wahr?« Sie nahm Chris den Rohrstock aus der Hand und ließ ihn wieder unter ihrem Schreibtisch verschwinden. »Mach dir deswegen gar keine Gedanken. Er wird ziemlich selten angewandt. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß allein sein Vorhandensein, allein das Wissen um ihn genügt, um viele Dinge ungeschehen bleiben zu lassen.« Chris wollte das Thema abschließen. »Darf ich an den Wochenenden nach Hause fahren?« Miß Flanagans Miene verdüsterte sich. »Tut mir leid, mein Kind, das geht leider nicht. Damit du dich voll und ganz in deine Rolle einleben kannst, halten wir es für sinnvoll, daß du - und ebenso alle anderen - während dieser vier Monate die Schule nicht verläßt. Aber keine Sorge« - ihr Gesicht hellte sich wieder auf - »ihr müßt hier nicht versauern. Nach den ersten vier Wochen hier dürft ihr einmal wöchentlich Besuch empfangen, und jeden Samstag gibt es sogar eine Tee- und Tanzparty hier in der Aula, bei der ihr nette junge Männer kennenlernen könnt. Also, Christine« - sie schien das Gespräch nun beenden zu wollen und führte Chris am Ärmel sanft zur Tür - »ich hoffe ganz aufrichtig, daß wir uns gut vertragen, daß du unserer Schule keine Schande machst und hier eine nutzbringende und angenehme Zeit verbringst!« *********
»Ruth« befand auf Amazon.de: »Ganz subtil schleicht sich das Grauen in diesen Roman ein, der sich an verschiedenen Schauplätzen zugleich entfaltet. Vor den Augen des Lesers entfaltet sich so eine Art Singapur in den US-Südstaaten: Bibelfest, kinderreich, autoritär geführt, aber technologisch auf dem neuesten Stand. Die Freiheit der Berufswahl ist aufgehoben, jeder muß werden, was ihm der im Pubertätsalter durchgeführte ›Test‹ vorschreibt. Und wenn die anscheinend unfehlbaren Testmacher befinden, ein Knabe habe psychisch das typische Hausfrauen-und-Mutter-Profil, dann wird er eben Hausfrau und Mutter.
Denn auch die Geschlechtsumwandlung ist in dem fiktiven US-Südstaat Missiona perfektioniert: Die umgewandelten Knaben können Kinder gebären. Zugleich entscheiden mehr die Sponsoren aus der Wirtschaft denn die Regierung darüber, wie das ›Test‹-Programm weiterentwickelt wird. Logisch, daß ein solches System Mißbrauch, Manipulation und Korruption anzieht wie ein Misthaufen die Fliegen. Der etwas unbedarfte Christian aus Deutschland gerät in die Mühlen des Systems, weil er einigen Mächtigen im Wege war ... Der Roman bedient die Wünsche von Thriller- und von SM-Erotiklesern beidermaßen gut: Rasche Schauplatzwechsel, ›cliffhangers‹, wer sich gern in eine passive, ›konservative‹ Frauchen-Rolle hineinfühlt, bekommt ebenso etwas zu lesen wie der dominante Mann mit konservativem ›Herr-im-Haus‹-Rollenverständnis. Insofern wirklich - ganz im Sinne des Titels - ein Buch für die ganze Familie :-)« »Wallabe« befand auf Amazon.de: »Familienwerte ist ein spannend erzählter Politthriller mit knackigen SM-Szenen, die so plastisch dargestellt sind, dass sich durchaus sagen lässt, die Geschichte schafft, was wenige schaffen: sie spricht jede Region zwischen Kopf und Zeh an und taugt daher sowohl als Bettlektüre wie auch zur intellektuellen Inspiration.« |
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