| Walters neue Welt | Katalog |
Der Klappentext:
Keuchend erreichte er das Stockwerk »S0«. Er wollte gerade die
Tür öffnen,
als er davor zwei Schwarzuniformierte sah. Er hielt sich außer Sichtweite
des Türfensters und versuchte zu lauschen. »Wozu sollen wir denn
hier im
Park Streife gehen?« - »Irgendwo auf S25 ist wohl ein Sklave mit
einem
eingeschränkten Generalschlüssel entkommen.« - »Na und?
Es ist doch kein
Problem, einen Sklaven zu orten. Vom Fernparalysieren mal ganz
abgesehen.« - »Der war noch nicht eingekleidet.«
Auf einem anderen Stockwerk gelangte er vom Treppenhaus in einen schönen
Park. Über ihm war blauer Himmel mit weißen Wölkchen, hinter
denen sich die
Sonne anscheinend gerade versteckte. Hinter einer Drehtür erblickte er
fassungslos auf eine Wand in 50 Metern Entfernung. Hier endete fünf Meter
über dem Boden der Himmel! Der Himmel über dem Park war nur eine perfekte
Illusion auf einer ungeheuren Kuppel, die sich über den gesamten Park
spannte. Unglaublich teuer und aufwendig . Ihm dämmerte allmählich,
daß
hinter dem Ganzen weit mehr stecken mußte als ein paar durchgeknallte
Typen,
die sich als Sklavenhalter aufspielen wollten.
Schließlich trat er durch eine Tür mit der Aufschrift »Panoramadeck«.
Vor
ihm lag eine Mondlandschaft, notdürftig erhellt von vielen Scheinwerfern.
Die riesigen Fahrzeuge, die er in U1 gesehen hatte, fuhren wie Spielzeuge
durch diese unwirkliche Landschaft. In der näheren Umgebung sah er einige
Gestalten in Raumanzügen herumlaufen. Am Horizont erschien jetzt ein
besonders heller Scheinwerfer, der die gesamte Szenerie in ein fahles Licht
tauchte. In der Ferne stieg eine Rakete lautlos und sehr schnell in den
Himmel.
»Na, wie gefällt dir der Sonnenaufgang, Walter? Ich hoffe, du hattest
einen
schönen Ausflug.« Walter drehte sich resigniert vom Fenster weg.
Er hatte
die Stimme sofort erkannt: Herrin Miranda. Diesmal gehörte der
Titel »Herrin« irgendwie dazu. »Welcher Sonnenaufgang?«
fragte er. Sie
deutete auf den hellen »Scheinwerfer« am Horizont.
»Wo sind wir hier?« fragte Walter matt. »Auf einem Plutomond.
Er hat etwa
die gleiche Masse und die gleiche Schwerkraft wie die Erde«, dozierte
sie
mit sichtlichem Vergnügen über seine Fassungslosigkeit.
Als Drogenkurier hatte Walter sich betätigt, um sein Studium zu finanzieren.
Pech, daß ausgerechnet in einem asiatischen Land die Handschellen
klickten. »Tod durch den Strang« lautete das unerbittliche Urteil.
Doch da
erschien auf einmal dieser geheimnisvolle Fremde in seiner Todeszelle. Mit
einem Rat, der einen Ausweg verhieß. »Was Besseres als den Tod findest
du
allemal«, hatte er gedacht und: »Kommt Zeit, kommt Rat«. Doch
Flucht von
dieser fremden Welt schien aussichtslos zu sein .