| FamilienWerte | Katalog |
»FamilienWerte« - schon mit dem Verfasserinnenpseudonym »SaMantha Gräfin Stepford« zeigt dieser Roman, wo's langgeht: Südstaaten-USA, brave Hausfrauen, konservative Gesinnung ...
Auf den ersten Blick jedenfalls.
Der Klappentext
Eigentlich hatte er nur ein paar Wochen lang Ferien unter Palmen machen wollen, als er die geschäftlichen Verhandlungen zur Sicherung seines Erbes in »good old Germany« hinter sich hatte. Doch dann erreichte ihn plötzlich der Brief, der ihn zum TEST zitierte - der Brief, der das Verhängnis ins Rollen brachte ...
Eine makellose Vorzeigewelt präsentiert der US-Südstaat Missiona seinen Besuchern: sauber, friedlich, ordentlich. Intrigen und Machtkämpfe bleiben unsichtbar. Dumm nur, wenn man als Außenstehender aus Deutschland wider Willen in sie hineingezogen wird ...
Leseproben
Kapitel XX
»Christine Frommler!«
Als ihr Name aufgerufen wurde, erhob
sich die junge Frau und ging in Richtung des Zimmers der Direktorin, das von der
Aula über einen Seitenkorridor erreichbar war. Die können sich auch nicht
richtig an meinen Namen gewöhnen, genauso wie mir noch manches fremd ist
…
»Guten Morgen!« sagte eine korrekt gekleidete ältere Dame freundlich, als
Chris ohne weitere Aufforderung das Zimmer betreten hatte. »Du mußt Christine
Frommler sein! Ich bin Geraldine Flanagan, die Leiterin dieser Schule.
Willkommen bei uns!« Sie ging auf Chris zu und schüttelte ihr die Hand. »Ich
lege Wert darauf, jede neue Schülerin persönlich zu begrüßen und kennenzulernen.
Wie geht es dir? Hast du dich schon an dein neues Ich, dein eigentliches Ich
gewöhnt?«
»Na ja«, räumte Chris ein, »ein wenig ungewohnt sind diese
schwingenden Röcke und Kleider schon noch, allerdings bei Hitze gar nicht so
unangenehm.«
»Da hast du sicher recht. Nun, wir werden hier in einem
viermonatigen Kurs daran arbeiten, daß dies alles und noch viel mehr für dich
zur Selbstverständlichkeit wird, zum Ausdruck deines eigenen Wesens – was es ja
jetzt schon ist; wir müssen es nur bekräftigen. Du wirst hier im
Schnelldurchgang einiges von dem lernen, was unsere Mädels sonst in den
hauswirtschaftlichen Gymnasien über Jahre hinweg lernen: Kochen, Backen, Nähen,
Raumpflege, Kleiderpflege, Säuglingspflege. Alles etwas oberflächlich natürlich
nur, auch wenn ihr in eurem Alter natürlich schneller lernt als die
Vierzehnjährigen. Hinzu kommt dann noch die medizinisch-psychologische
Nachsorge, dreimal wöchentlich je anderthalb Stunden, unter anderem mit Hypnose,
damit ihr euch besser in euer neues Leben einleben könnt. Was euch dann noch
fehlt, das lernt ihr im praktischen Leben schnell.«
Chris schien etwas
anderes mehr zu beschäftigen. »Sagen Sie einmal …« Sie zögerte.
»Ja?«
»Ist
es wahr, was überall behauptet wird … daß hier noch der Rohrstock zum Einsatz
kommt?«
Anstelle einer Antwort holte Miß Flanagan einen langen, dünnen,
gelblichen Stock unter ihrem Schreibtisch hervor und legte ihn darauf. Sie
lächelte, als sie Chris’ Beklommenheit sah. »Nimm ihn nur die Hand, er beißt
nicht!«
Chris nahm ihn vom Tisch auf und spürte, wie ihr Herz schneller
hüpfte. Sie ließ den Stock, widerwillig fasziniert, durch ihre linke Hand
gleiten.
»Wir haben die Erfahrung gemacht, daß sich die völlige Abkehr von
der körperlichen Züchtigung nicht bewährt hat. Die Kraft vernünftiger Argumente
hat doch oft ihre Grenzen … da haben wir das hier als ultima ratio, als
äußerstes Mittel, wiedereingeführt.«
»Aber wir sind doch schon erwachsen!«
entfuhr es Chris ganz unwillkürlich.
»Aber ihr macht eine Phase der
Neuorientierung und Umerziehung durch, in der ihr das neu lernen müßt, was die
anderen bereits mit vierzehn, fünfzehn gelernt haben.«
»Sie meinen – alle
›Nachzügler‹ … werden so erzogen?«
Das Lächeln der Schulleiterin verstärkte
sich. »Nun, es wäre wohl etwas unpassend, angehende Architekten oder
Straßenbauer mit Rohrstöcken zu traktieren, nicht wahr? Wir machen das
selbstverständlich nur bei den Personengruppen, bei denen es angemessen
ist.«
Angesichts dieser lächelnden Selbstverständlichkeit fiel Chris nichts
mehr ein.
»Schau nicht so entgeistert, Mädchen!« rief die Schulleiterin
lachend und fuhr Chris durchs goldblonde Haar. »Schöne Haare hast du, und schon
so schön halblang – die werden wir das nächste halbe Jahr hindurch nicht mehr
schneiden, damit sie noch schöner werden, nicht wahr?«
Sie nahm Chris den
Rohrstock aus der Hand und ließ ihn wieder unter ihrem Schreibtisch
verschwinden. »Mach dir deswegen gar keine Gedanken. Er wird ziemlich selten
angewandt. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß allein sein Vorhandensein,
allein das Wissen um ihn genügt, um viele Dinge ungeschehen bleiben zu
lassen.«
Chris wollte das Thema abschließen. »Darf ich an den Wochenenden
nach Hause fahren?«
Miß Flanagans Miene verdüsterte sich. »Tut mir leid, mein
Kind, das geht leider nicht. Damit du dich voll und ganz in deine Rolle einleben
kannst, halten wir es für sinnvoll, daß du – und ebenso alle anderen – während
dieser vier Monate die Schule nicht verläßt. Aber keine Sorge« – ihr Gesicht
hellte sich wieder auf – »ihr müßt hier nicht versauern. Nach den ersten vier
Wochen hier dürft ihr einmal wöchentlich Besuch empfangen, und jeden Samstag
gibt es sogar eine Tee- und Tanzparty hier in der Aula, bei der ihr nette junge
Männer kennenlernen könnt. Also, Christine« – sie schien das Gespräch nun
beenden zu wollen und führte Chris am Ärmel sanft zur Tür – »ich hoffe ganz
aufrichtig, daß wir uns gut vertragen, daß du unserer Schule keine Schande
machst und hier eine nutzbringende und angenehme Zeit
verbringst!«
Kapitel XLVI
Die Vögel spürten den neuen Tag wie üblich als erste.
Gerade eben war die Nacht draußen vor dem Fenster noch blauschwarz gewesen,
kaum eine Ahnung von Helligkeit deutete auf den bald schon erwachenden Tag hin –
und plötzlich fingen sie an zu zwitschern in den Alleebäumen, wie auf Kommando.
Zuerst einer, dann wenige Minuten später alle.
Zärtlich und zugleich voller
Besitzwunsch betrachtete Michael Christines Antlitz, wie es im Schlaf entspannt
dalag. Es kostete ihn Mühe, sich von dem Anblick zu lösen, um aufs Klo zu gehen.
Als er wiederkehrte, waren seine Liebe, seine Erektion und sein Besitzwunsch im
Handumdrehen wieder da, wo sie vorher waren.
Sanft, federleicht strich er
über ihre unter dem Negligé fast sichtbar daliegenden üppigen Brüste. Lag das
jetzt an seinem Streicheln oder an ihren Träumen, daß sie wohlig seufzte und
sich etwas rekelte?
Einen Moment lag dachte er an die ledernen Handfesseln in
seiner Reisetasche, die eine Zierde jedes weiblichen Handgelenks waren; dann
verwarf er den Gedanken wieder. Nein – wenn er die Zauberkraft von Soerensens
Suggestionen ausprobieren wollte, dann mußte er es jetzt tun.
Er
intensivierte seine Streicheleinheiten ganz langsam, und als er sah, daß Chris
ihre Augen öffnen wollte, flüsterte er ihr das Wort ins Ohr, ein Wort, so absurd
und alltagsfern wie die Wörter, die sich Kinder als »Geheimparole«
ausdenken.
Chris’ Augen, die sich eben geöffnet hatten, nahmen sofort wieder
einen glasigen Schimmer an. Mike lag halb über Chris, hielt sie im Griff und
hatte seinen wispernden Mund dicht an ihrem Ohr. »Sobald deine Arme und Beine
den kalten Stahl der Bettpfosten berühren, sind sie wie angenagelt. Wie
angenagelt. Du kannst sie einfach nicht mehr wegbewegen, sie sind wie
angenagelt.«
Sanft und doch bestimmt führte Mike, unablässig in Chris’ Ohr
murmelnd, ein Bein und einen Arm nach dem anderen an die vier dicken metallenen
Bettpfosten und ließ sie dort liegen. Dann streifte er Chris’ Negligé hoch und
streichelte ihre Möse, zwirbelte die Warzen ihrer üppigen Brüste. Als er ihren
Schoß feucht genug fand, wälzte er sich mit all seinem Gewicht auf sie, spürte,
wie sie zusammenzuckte, wie sie ihre Arme schützend, abwehrend vor sich reißen
wollte – und es nicht konnte. Als ob sie angebunden wären, erschlafften die Arme
immer wieder nach einer kurzen, zuckenden Anstrengung.
Sie spürt die blutigen
Rohrstockstriemen, dachte er. Immer noch. Selbst auf der weichen Matratze. Seine
Bewegungen wurden stärker, fordernder. Er liebte es, mit einer gezüchtigten Frau
zu schlafen. Chris zuckte wieder zusammen, aber ihr Gesicht spiegelte nach wie
vor eine Mischung aus Seligkeit und leichtem Schmerz.
So ist’s recht, spür
deine Unartigkeit, spür deine Sünde wider die Autorität! »Spürst du, wie
ungezogen du warst?« Diese letzten Worte hatte Mike offen in Chris’ Ohr
gemurmelt. »Spürst du die gerechte Strafe? Nie wieder wirst du der Flanagan
widersprechen, sie hat immer recht – oder alle können in zwei Wochen im
Schwimmbad sehen, wie ungezogen du warst!« Chris’ Beine waren
auseinandergespreizt, als wären sie angebunden – mehr als kurzes Zucken und
Strampeln war nicht drin, und das genoß Mike.
Rezension: SCHLAGZEILEN 98, Juni 2008
Ein echter SM-Roman voller
schräger Verwicklungen