FOX - wenn Du verlierst, bist Du Freiwild Katalog




Auszüge aus »FOX - wenn Du verlierst, bist Du Freiwild« von »Cagliostro«

Heftige Geldnöte zwingen die junge Francine dazu, sich auf ein perfides Spiel einzulassen: Eine Woche lang soll sie, nur mit einem etwas längeren T-Shirt bekleidet, in der Großstadt überleben, gejagt von den Häschern des privaten Fernsehsender ITV4, einer gnadenlosen Treibjagd ausgesetzt wie ein Fuchs, jedem sexuell ausgeliefert, der sie erkennt. Jeder Tag, den sie durchhält, macht sie bedeutend reicher. Wie perfide das Spiel ist, merkt sie erst, als offenbar wird, daß Hintermänner der Show sie durch Intrigen erst in ihre Finanznot getrieben haben - und zu allem Überfluß ist dann auch noch ein Serienmörder hinter ihr her, der die geschmacklos grelle, vollkommerzialisierte Medienlandschaft des Jahres 2012 aus sehr persönlichen Gründen haßt ....

"Schon heute ist das, was in manchen Fernsehshows mit Kandidaten passiert, ein Fall für amnesty international" (Rudi Carrell 1994)

"Wir amüsieren uns zu Tode" (Neil Postman in den 80er Jahren).

"FOX" ist eine Kombination von Erotik, Science Fiction und Mediensatire - einer Mediensatire, die die gegenwärtigen Entwicklungstendenzen eines von Sendeformaten à la "Big Brother" bestimmten Fernsehens fortschreibt und uns einen Schrecken über den Rücken jagt. Besonders im Mittelteil ist der Erzählduktus des Romans dem hektischen Zappen des heutigen Fernsehzuschauers angepaßt: zusammenhanglose geile Brocken der Hauptstory - Fox wird gerade mal wieder von irgendwem vernascht -, Reklame für die geschmacklos-gewalttätigen Fernsehshows des Jahres 2012, dazwischen - beinahe untergehend in all dem Trubel - ernste politische Informationen.

 

Eine Episode aus dem Mittelteil des Buches:

Fox wurde unsanft aus ihren Träumen zurückgeholt.

Zuerst, noch halb im Schlaf, war ihr noch nicht einmal so recht lar, wo sie sich überhaupt befand. Sie ruhte auf einer harten Unterlage, der Raum bewegte sich, nd über ihr ragte senkrecht eine Haltestange hinauf zu der schmutziggrauen Decke, an der die kalte Neonbeleuchtung brannte. Sie rollte sich halb auf die Seite und wäre dabei fast von der Sitzbank der S-Bahn gefallen.

Gerade noch rechtzeitig hielt sie jemand fest. Es war ein ihr unbekannter, grinsender, dunkelhaariger Mann. Offenbar war er es auch, der sie an der Schulter gepackt und geweckt hatte.

»Hallo, was haben wir denn da?« Sein Gesicht befand sich dicht über dem ihren.

Fox versuchte, sich aufzurappeln und dabei ein wenig von ihm fortzubewegen, aber er ließ ihr wenig Raum.

»Du bist doch dieses kleine Füchschen, an dem sich jeder mal bedienen darf, wenn er möchte.«

»Mein Gott, ich bin gerade erst aufgewacht…« Sie spürte, wie gereizt sie war. Natürlich, das ging ihr immer so, wenn sie aus dem Schlaf gerissen wurde. Allerdings wusste sie auch, dass sie diese Gereiztheit besser niederkämpfen sollte. Zu lange hatte sie schon bei diesem perfiden Spiel mitgemacht, als dass es jetzt noch Sinn gemacht hätte, sich zu zieren.

»J-ja«, stieß sie mit trockenem Mund hervor. »Das bin ich.«

»Na, wusste ich’s doch.« In der nächsten Sekunde hatte er sie am Handgelenk gepackt und zwang sie vor sich auf die Knie. Sie spürte den schmutzigen Boden des Abteils unter ihren Schenkeln.

»Du weißt, was du jetzt tun wirst?« fragte der Fremde.

Fox schaute zu ihm empor, halb demütig, halb mit verstecktem Trotz im Blick. »Ich kann es mir vorstellen.«

Er lachte. »Vielleicht ist es doch besser, wenn ich es dir ganz genau sage.«

Dann ließ er sie den Reißverschluss seiner Hose mit ihren Zähnen öffnen und seinen Schwanz befreien. Er schob ihn ihr in den Mund.

»Sprich mir nach!« sagte er:»Ich bin eine geile kleine Schwanzlutscherin.«

»Isch bin neine cheile leine Tschantschluscherin!« erwiderte sie, während sie lutschte und saugte.

»Weiter! Wiederholen, immer brav wiederholen!«

Das tat sie gefügig: »Isch bin neine cheile leine Tschantschluscherin, isch bin neine cheile leine Tschantschluscherin, isch bin neine cheile leine Tschantschluscherin…« Immer wieder und wieder, während er ihren Kopf gepackt hielt, seinen Prügel hineinstieß bis fast zum Rachen und dann wieder zurück und wieder hinein, um so ihr Gesicht zu ficken. Dass sie stammeln musste, während sie ihn befriedigte, ihre Stimmbänder vibrierten, ihre Zunge um Raum kämpfte und ihr Atem schwerer und schwerer ging, schien seine Erregung nicht unerheblich zu steigern.

Endlich spürte Fox, wie er dicht davor stand zu kommen. Und tatsächlich: In der nächsten Sekunde zog er seinen Schwanz ganz heraus, und schon spritzte er, entlud seine volle Ladung, über ihre Lippen, ihr Kinn, die Bigelow-Sensoren, ihr ganzes Gesicht.

Schließlich ergriff er eine Strähne ihres schulterlangen Haars und wischte sich damit die letzten Spermareste von seinem Schwanz.

»Das war verdammt noch mal nicht schlecht!« bekundete er. »Als ob du dein ganzes Leben lang nichts anderes gemacht hättest! Jetzt bist du an der Reihe! Hoch mit dir, du hübsches Tier!«

Damit zog er sie hinauf, bis sie wieder auf ihren wackligen Beinen stand.

Umdrehen!« herrschte ihr augenblicklicher Besitzer sie an.

Fox gehorchte. Er ließ sie sich umwenden zu den Fenstern, durch die das graue Licht des frühen Morgens fiel. Es war offenkundig kurz vor Sonnenaufgang. In der vor Dreck nur halb durchsichtigen Scheibe spiegelte sich ihr besudeltes Gesicht.

Aus dem Augenwinkel heraus nahm sie wahr, wie der Fremde zwei Bondage-Stripes hervorzog: lange, biegsame Plastikstreifen, mit denen man einen Menschen in Sekundenschnelle fesseln konnte. Das Vorteilhafte an ihnen war, dass sie leicht zu transportieren waren, zudem so gut wie nichts kosteten und daher quasi nach Gebrauch problemlos entsorgt werden konnten.

»Halt still.« Er fesselte ihre Hände an einen der waagrechten Haltegriffe, so dass sie jetzt leicht vornübergebeugt dastand, die Knie vor der Sitzbank, das Gesicht zum Fenster, ihren Hintern und ihre Muschi hinausgereckt in Richtung Gang. Ihr Shirt reichte ihr nicht einmal halb über die Pobacken.

Der Unbekannte griff ihr von hinten zwischen die Schenkel. »Sehr gut!« sagte er. »So will ich dich haben!«

Fox hatte ihre Gereiztheit immer noch nicht ganz im Griff. »Also los dann!« stieß sie hervor. »Worauf wartest du?« Das Sperma rann ihr die Wange herunter.

Was meinst du?« hörte sie von hinter sich seine Stimme.

Sie biss die Zähne aufeinander.

Seine Hand schob sich unter ihr Shirt und strich ihren Rücken hinauf, dass sie eine Gänsehaut überrieselte. »Glaubst du, ich will dich von hinten durchknallen? Jetzt? Wo ich meinen Spaß gerade eben hatte?« Er lachte. »Nein, so schnell geht das bei mir auch wieder nicht. Ein bisschen dauert es schon, bis ich wieder hart werde. Vermutlich erst, wenn ich wieder zu Hause bin und meine Kleine vögele. Und ihr dabei von dir erzähle. Und wie du zu diesem Zeitpunkt vermutlich immer noch hier stehst, in dieser unglaublich obszönen Pose, und die Nacht wird zum Morgen, die ersten Frühaufsteher und Schichtarbeiter steigen zu, hier in diesen Wagen, wo du noch immer angebunden dastehst und ihnen deine Möse entgegenstreckst, so dass sich jeder problemlos bedienen kann. Vermutlich macht dich früher oder später schon jemand frei. Vielleicht stehst du aber noch hier, wenn auch all die anderen Leute zur Arbeit fahren, Männer und Frauen, und sich das Abteil hier immer mehr füllt. Daran werden wir denken, wenn wir ficken, meine Kleine und ich.« Er stutzte kurz und sprach dann weiter. »Da fällt mir ein, sie hat ja sogar Internet-Anschluss, meine kleine Fee. Da können wir dir ja sogar zusehen, wenn wir’s miteinander treiben. Fast so, als wärest du dabei!«

Er lachte, trat zur Tür und ignorierte Fox' hilflose Proteste. Endlich hielt die Bahn ein weiteres Mal, und er trat hinaus. Fox blieb angebunden zurück.

 

Hübsch häßlich - was ist wahre Kunst?
Ein pseudoplatonischer Dialog (auf der Basis einer jetzt leider verschollenen 5-Sterne-Besprechung auf Amazon)

Verleger: Was lese ich da Sonderbares, oh Ralf und Laura? Ihr findet "FOX" einfach widerwärtig? So ging es schon manchem Leser. - Und trotzdem gebt Ihr Ihm 5 Sterne und preist es als ein Meisterwerk ohnegleichen? Wie paßt das zusammen?

Ralf: Worüber verwunderst du dich? Laura und ich haben das Buch tatsächlich gelesen, ja geradezu verschlungen. Den schlechten Nachgeschmack, den das Buch dabei hinterlassen hat, findet man auch in unserer Rezension wieder. Gerade dieses Abstoßende macht das Buch wohl einmalig, denn einer 08/15-Wichsphantasie würde ich kaum das Prädikat »Meisterwerk« geben.

Ich war von diesem Buch sehr angetan, wenngleich zum Teil eher negativ. Die »Werbeeinblendungen« im zweiten Teil sind so penetrant und nervend, daß ich als quasi TV-abstinenter Leser davon gehörig genervt wurde. Genau dieses Stilmittel (und andere) halte ich aber für einen augenzwinkernden Seitenhieb auf die eigenen Kommerzialisierung.

Ich könnte noch lange darüber schreiben... langer Rede, kurzer Sinn: dies war KEINE Gefälligkeitsrezension!

Cagliostro: Das war also ernst gemeint mit dem »Meisterwerk«?

Ralf: Gänzlich in der Tat fürwahr!*

Cagliostro: Du hast das Kriterium für wahre Kunst gänzlich erkannt, oh mein lieber Ralf. Als ein Kriterium von Kunst zählt ja, daß Form und Inhalt möglichst weit in Übereinstimmung gebracht werden. Ich kann eine völlig dekadente Mediengesellschaft erstens schlecht in iambischen Pentametern kritisieren, und zweitens wird man als Autor auch automatisch ein Teil dieser kommerzialisierten Welt. Eine Alternative wäre gewesen, die Werbeanzeigen sinnvollen Organisationen wie meinetwegen amnesty international zu widmen, aber das hätte den abstoßenden Gesamteindruck des Buches ruiniert.

Ralf: Die »Werbeeinblendungen« im zweiten Teil sind also einerseits echte Werbung und somit Teil der Mediengesellschaft, die Du gerade dadurch aber auch gänzlich vollkommen in der Tat eben dadurch zwar auch also* kritisierst?

Cagliostro: Fürwahr gänzlich in der Tat!*

*Das Altgriechische liebt Umständlichkeiten und Redundanzen à la "gänzlich zwar also" oder "fürwahr nun auch aber denn" - Teil der geschwätzigen endlosen Symposien, ganz im Gegensatz zu den stocknüchternen, arbeitsamen Römern. Fürwahr gänzlich in der Tat! :-)

Ein Absatz und ein Bild aus Jugendschutzgründen gestrichen (nein, es war keine Textstelle aus dem Buch, es war eine Fundsache aus dem Internet)