Windeln, Stöckchen, strenge Gouvernanten Katalog




Wie neugeboren - aus dem 30. Geburtstag wird der erste ...

Verständnislos starrte er sie an. Hinter sich hörte er Petra leise auflachen. „Hör zu“, wandte sie sich an ihn, „ich habe in monatelanger Forschungsarbeit ein Mittel entwickelt, das ohne Quälereien einen erwachsenen Mann in einer Viertelstunde in ein Kleinkind verwandelt, ein süßer, angenehmer Trank, so wie der, den wir Dir Geburtstagskind gerade verabreicht haben. Ist das nicht schön?“ Wieder lachten Petra und seine Freundin auf, wie über eine besonders gelungene Geburtstagsüberraschung.
„Hast du alles mit der Geburtsurkunde erledigt?“ fragte Carola.
„Ja ja. Mein Freund auf dem Standesamt war sehr gefällig. Er hat alles geändert, auch ohne daß die Zustimmung unseres süßen kleinen Rackers vorlag. Statt seines dreißigsten Geburtstag feiert er heute einfach seinen ersten, ist das nicht praktisch? Alle Spuren seiner bisherigen Identität sind getilgt, da kannst du ganz beruhigt sein.“ „Hast du inzwischen eigentlich schon mit Michael geredet?“
Das schrumpfende „Baby“ traute seinen Ohren nicht. NICHT MICHAEL! dachte er verzweifelt. NICHT DIESER BILDERBUCHMACHO!!
„Natürlich“, bestätigte Carola seine schlimmsten Befürchtungen. „Manchmal brauch ich einfach einen richtigen Mann, und nicht so einen Windelfetischisten und Hosenscheißer.“

Inzwischen reichte er Petra und Carola nur noch bis an die Oberschenkel, so sehr war der schmerzhafte, blitzschnelle Schrumpfungsprozeß fortgeschritten. „Bei einer Körpergröße von unter 80 Zentimetern können sie nicht die Türklinke erreichen“, erläuterte Petra. „Ich habe dafür gesorgt, daß dieser erfreuliche Zustand etwa anderthalb Jahre erhalten bleibt.“ Er erschrak. Anderthalb Jahre Gefangenschaft, auch ohne daß einer eine Tür abschloß! „Und später nehmen wir uns so richtig altmodische Gouvernante und Nurse für unseren Furzer, so eine mit Zucht und Ordnung und mit Rohrstöckchen, dann wird unser kleiner Puper schon ordentlich parieren und mich und Michael nicht dauernd stören.“
Inzwischen fühlte er sich richtig wackelig auf den Beinen, wirklich wie ein Kleinkind, das gerade laufen lernt. Wie ein Betrunkener war er erleichtert, als er sich an den Stäben des Gitterbetts festhalten konnte. „Ist es nicht süß, wie er da so mühsam dahinwackelt?“ - „Ja, wie ein unsicherer Schwimmer, der gerade so eben die andere Seite des Beckens erreicht. Ich habe die Droge so dosiert, daß er gerade im Stadium des Laufenlernens sein wird.“ - „Mit anderen Worten: in dem Alter, in dem man die lieben Kleinen am besten in einen Laufstall einsperren sollte, damit sie einem nicht die Wohnung zerlegen und dauernd Ärger machen.“ - „Genau. Der Laufstall ist so konstruiert, daß der Verschluß draußen und unten angebracht ist, unerreichbar selbst für das findigste Baby.“
„Prima!“ fand Carola. Sie sah auf die Uhr. „Jetzt sollten wir aber los, wenn wir noch in Ruhe einkaufen wollen. Also komm!“ Sie schaut ihn aufmunternd an und streckte ihm die Hand entgegen, turmhoch wie ein Telegrafenmast stand sie neben ihm. Er wollte nicht, fürchtete sich aber vor ihrer körperlichen Übermacht, konnte auch kaum mehr alleine stehen. Und so ergriff er ihre Hand, ließ sich von ihr in das Laufställchen führen, ins Gefängnis. Er hatte keine Wahl mehr, er war völlig abhängig. Das dicke Windelpaket zwang ihn zum gespreizten Gang, was alles noch schwieriger machte. Endlich war er im Laufstall und hielt sich innen an den Gitterstäben fest. Von außen knallten das Gitter und die Sicherheitsverschlüsse zu. Mit einem freundlichen Lächeln ging Carola, seine Freundin, vor dem Gitter in die Hocke. Aug in Auge standen sie sich gegenüber - aber sie war draußen, und er war drinnen. Eingesperrt. Wovon er immer geträumt hatte, war nun auf beängstigende Weise Realität geworden. „So, mein Lieber“, wisperte Carola, „und nun wirst du tun, was du schon vorhin so dringend tun wolltest, und du wirst mir dabei in die Augen sehen!“ Sie klimperte mit ihren langen Wimpern und sah ihn unverwandt an. Der Schnuller schien in seinem schrumpfenden Mund zu wachsen und fühlte sich an wie ein Knebel. Er spürte, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg, während er an seinem Beruhigungssauger nuckelte und seine Pomuskeln entspannte. Rasch wurde die Windel vorne naß und schwer und warm wurde und hinten mit einem quackernden und krachenden Geräusch eine breiige Masse seinen Pobacken entquoll, seine pißgelbe Windelhose dehnte und ausfüllte. „So ist’s brav“, lobte Carola seine Folgsamkeit, und er wiederum folgte altgewohnten Ritualen und ließ seine rechte Hand in seiner Windelhose verschwinden. „Das funktioniert nicht, mein Lieber“, sagte Carola so nebenbei und erklärte auf seinen erstaunten Blick hin: „Glaubst du, Michael und ich haben Interesse an einem pausenlos wichsenden Pseudobaby? Nee nee, mein Lieber, die Fähigkeit zum Orgasmus war nichts, worauf ich bei dir Wert legte. Aber tröste dich, so mit zehn, zwölf Jahren geht’s ja wieder los. So, jetzt müssen wir aber los. Wenn wir noch zu Michael wollen, kommen wir nicht vor drei Uhr nachmittags zurück!“
Er war so entsetzt, daß er auch mit der Linken die Gitterstäbe losließ und sich prompt auf den Hintern setzte. „Plumps!“ lachte Petra kurz und trocken auf. „Da sitzt er in seiner Kacke!“
„Die angemessene Haltung für ihn“, kommentierte Carola trocken und griff nach ihrer Handtasche. „Wie gut, daß man so ein ‘besonderes Baby’ auch mal unbesorgt ein paar Stunden alleinlassen kann.“ Prustend und giggelnd drängten beide Frauen zur Tür heraus und warfen sie hinter sich ins Schloß. Wenig später war es ganz still in der Wohnung. Er hätte heulen mögen. Fünf Stunden in der Scheiße sitzen, ohne Zerstreuungsmöglichkeit. Zehn Jahre lang keine Möglichkeit, sich einen ‘runterzuholen. Unendlich langsam kroch der Minutenzeiger der Wanduhr übers Zifferblatt. Auf einmal wußte er, was das wirklich bedeutete: ausgeliefert sein.



Entscheidend ist, was hinten herauskommt. (Helmut Kohl).