| Segufix Testbericht | Reportagen |
Segufix ist ein ausgeklügeltes System aus Textilgurten aus der Medizintechnik. Die damit vozunehmende mechanische Fesselung der Patienten wird in der Medizin als Fixierung bezeichnet. Die Fixierung in der Medizin ist höchst umstritten und gilt im Allgemeinen nur als allerletzte Möglichkeit zum Schutze der Patienten. Im Gegensatz dazu wird die Beruhigung von Patienten durch chemische Mittel mit all den bekannten und schweren Nebenwirkungen von Psychopharmaka in der Regel bedenkenlos in breitem Umfang eingesetzt. Derartige Mittel werden in der Medizin als Sedativa bezeichnet. (Benzodiazepine, Barbiturate etc.)
Neben Ausführungen mit einfachem Klettband für Patienten die sonst wegen Schwäche versehentlich aus dem Bett fallen könnten, gibt es auch eine Ausführung für nicht kooperative Patienten. Bei dieser sind die Gürtelschnallen mit manipulationssicheren Patentschlössern auf Magnetbasis versehen. Die "Lagerung von nicht kooperativen Körpern" entspricht der Orginalterminologie des Hamburger Segufix Herstellers und provoziert natürlich in SM Kreisen die dringende Vermutung, daß das System zur Straflagerung von unwilligen Sklavenobjekten mindestens genauso brauchbar ist. Zu diesem Zweck wird ein kompletter Satz der Textilgurte von verschiedenen einschlägigen Spielzeugläden zum stolzen Preis von etwa 600-800 DEM feilgeboten und offensichtlich auch rege gekauft. Weitergende Informationen über das System befinden sich auf der Webseite des Herstellers unter www.segufix.de
Zu ersten Tests mit gefesselter Übernachtung fanden sich leihweise gleich mehre Segufix-Sets mit allem erhältlichen Zubehör (Schulter-Zusatzgurt gegen Aufrichten und Oberschenkelhalterung) von stolzen Besitzern, die jedoch wegen mangelnder Verfügbarkeit einzulagernder Objekte ihr Segufix derzeit selbst eingelagert hatten. Als vorbeugende Sicherheitsmaßnahme wurden zusätzlich Windeln und (falls was rauslaufen sollte) auch noch Moltex Unterlagen 60x80 organisiert.
Als das zu fesselnde Objekt bei mir eintraf, galt es zunächst eines der Segufix-Sets an meinem freien Bett zu befestigen. Da die Bauart von den Krankenhausbetten erheblich abweicht, schien dieses Vorhaben jedoch zunächst nahezu unmöglich. Die Gurte waren für eine Befestigung an den etwas breiteren Seitenteilen viel zu kurz. Die Befestigung am Vierkantrohr des Bettrostes scheiterte daran, daß dieser in ganzer Länge im Bettgestell seitlich an einer Leiste auflag. Andere käufliche Betten haben normalerweise nur vorne und hinten ein kurzes Auflagestück von etwa 150mm für den Bettrost. Ein Anheben des Bettrostes zum Befestigen der Gurte mit nachträglichem Einlegen der Matraze ging auch nicht, weil ja die Gurte über der Matraze verlaufen müssen. Also entschlossen wir uns, den Bettrost samt Matraze neben das Bett auf den Boden herauszuheben und nach Befestigung der Gurte am Rohr des Bettrostes den kompletten Aufbau wieder in den Bettrahmen zurückzulegen. Nach etwa zwei Stunden schweißtreibender Detektivarbeit war die Frustrationsgrenze des noch zu fesselnden Objekts schon deutlich im Grenzbereich angekommen. Ausserdem schien es auch, daß wir eine andere Größe des Bauchgurts benötigten. Dieser erschien viel zu lang, beziehungsweise die darin eingestanzte Lochreihe viel zu kurz für das ansonsten gar nicht so extrem magere Objekt. Auf den schlechten schwarzweiß Kopien aus dem Segufix Katalog sah man auf den Bildern weniger als gar nichts. So machten wir uns noch zu später Stunde als letzte Chance zu einem Computer auf, an welchem wir die Bedienungsanleitung auf der Webseite des Herstellers betrachten konnten. Der Irrtum klärte sich dabei sofort, denn wir hatten den Bauchgurt am Bett befestigt und der für das Bett vorgesehene Unterteil passte natürlich nicht zum Bauch. Die Session konnte so noch im letzten Moment gerettet werden, die Stimmung besserte sich wieder und nach Ausdrucken der komplett bebilderten Segufix Bedienungsanleitung auf einem Farbdrucker konnten wir Anleitung und Gurte nebeneinaner vergleichen. Der Zusammenbau war so ein Kinderspiel und die Anleitung zeigte auch noch einige weitere Details welche von den Segufix Erfindern anders als von uns angenommen gedacht waren.
Sodann erwischte ich das zu fesselnde Objekt beim Einnehmen einer Schlaftablette. Bei der Kontrolle des Schlafanzugs fiel darüber hinaus noch einer der Ersatzschlüssel für die patentierten Magnetschlösser heraus. Jedes für sich eine Frechheit, deren Bestrafung zunächst nur vorgemerkt wurde. Dafür lies ich das Objekt nun im oberen Stockwerk des Hauses alleine und schlief selbst unten - allerdings vorsichtshalber bei geöffneten Türen. Insgesamt verhielt sich das Objekt ab 12 Uhr erstaunlich ruhig. Dafür mußte ich selbst im Gegensatz zu meinen sonstigen Gepflogenheiten in dieser Nacht gleich zweimal auf die Toilette. Um halb eins schaute ich gleich nochmals, ob alles in Ordnung ist, und begab mich dann wieder nach unten um selbst auch zu schlafen. Aber schon um halb drei wachte ich wieder auf und horchte in den oberen Stock: Absolute Ruhe. Das gleiche noch mal um halb fünf: Absolute Ruhe. Morgens um halb sieben konnte ich es nicht unterlassen nach oben zu gehen um nachzusehen ob noch alles in Ordnung ist. Es war, und ich konnte tatsächlich nochmals bis um 8 etwas ruhiger weiterschlafen. Alles in allem fragte ich mich natürlich, warum ich in dieser Nacht selbst so verdammt schlecht geschlafen habe. Zur ausgemachten Aufstehzeit um 8 Uhr war die Windel noch trocken und das Objekt demonstrierte mit grinsender Miene, daß Selbstbefriedigung durch die gegebene Bewegungsfreiheit der Hände entgegen anderer Aussagen über Segufix kein Problem darstellen würde. Allerdings räumte das Objekt auch ein, froh über das Aufstehen zu sein und seit 5 Uhr jeden Schlag der Turmuhr mitgezählt zu haben. Jedenfalls hatte ich jetzt schon einen ersten Eindruck von Segufix und wußte in etwa, was am kommenden Abend auf mich in umgedrehter Rolle beim Gegenbesuch auf mich zukommen würde.
Obwohl ich in der Nacht zuvor ziemlich schlecht geschlafen hatte, vermied ich es vorsichtshalber, den Schlaf nachmittags nachzuholen und arbeitete den ganzen Tag, was dann auch erstaunlich gut ging. Am Abend machte ich noch zwei Stunden Krafttraining mit der Langhantel sowie drei Saunagänge um auch wirklich müde zu sein. Der Gegenbesuch führte mich in eine sehr ruhig gelegene Luxusvilla, wo ich ich auf einem Gästebett im Untergeschoß alleine gefesselt die Nacht verbringen sollte. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, daß die Tante und die Oma ebenfalls im gleichen Haushalt wohnten! Diese seien in Sachen SM natürlich schon eingeweiht, würden sich aber über unsere Aktivitäten beide grinsend an den Kopf langen. Deshalb hatten sich bei meiner Ankunft bereits beide diskret verzogen. Also noch einen Grund, während der Nacht gefälligst keinen Krawall zu machen. Die Segufix Installation war diesmal im Handumdrehen erledigt und im Gegensatz zum Vortag benutzten wir zusätzlich noch die Oberschenkelhalterung um damit ein Verdrehen der Hüfte weiter einzuschränken. Offensichtlich ist die Oberschenkelhalterung aber als Alternative und nicht als Ergänzung zum Bauchgurt gedacht, weil sie so eigentlich kaum mehr etwas zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit beiträgt. Besonders wegen der Weichheit von Matratzen ist ein Ausweichen in allen Richtungen trotzdem möglich. Die einzelnen beweglichen Punkte addieren sich in ihrer Gesamtheit, so daß der effektive Aktionsradius der Fingerspitzen mit Krafteinsatz des gesamten Körpers immerhin noch gerade so vom Knie bis zur Nase geht. Die gegenüberliegende Körperseite kann jedoch keinesfalls erreicht werden. (d.h. herausziehen von Kanüllen im Oberarm ist nicht möglich.)
Die Manschetten an Fuß und Armgelenken haben im Gegensatz zu Hanfseil angenehm flauschig weiche Innenseiten, an welchen ein Herausschlüpfen jedoch völlig unmöglich ist. Die Schulter-Zusatzgurte erlauben zwar noch den Kopf etwas anzuheben, der Oberköper kann aber auch mit Kraft nur soweit angewinkelt werden, wie daß der Po die Matraze darunter zusammenschiebt. Die ähnlich der Form eines Hosenträgers am Oberkörper angebrachten Gurte erlauben zwar das Herausschlüpfen mit einer Schulter, den gesamten Arm kann man jedoch selbst bei freiem Handgelenk nicht hindurchziehen. Der Bauchgurt ist mit zwei zusätzlichen Gurten seitlich befestigt. Egal wie der Bauchgurt geschlossen wird, ein mögliches Verdrehen des Oberköpers kann (und soll auch wohl) damit nicht ganz verhindert werden. Ein vollständiges Liegen auf der Seitenlage ist jedoch vor allem wegen der restlichen Gurte in dieser Befestigungsweise nicht möglich. Obwohl sich die Fesselung insgesamt angenehm anfühlt und auch bei Komplettfesselung einiges an Bewegungsspielraum läßt, ist ein Aufstehen vom Bett selbst nur mit dem Bauchgurt völlig aussichtslos.
Kurz nach dem Ausmachen des Lichtes wurde es dann spannend. Zuerst kam eine Katze zum schnuppern und schmusen auf Besuch und etwa zehn Minuten später knurrte mich plötzlich für einige Minuten ein unbekannter Hund an. Der Hund machte dann allerdings glücklicherweise in respektvollem Abstand Halt und es blieb beim bedrohlichen Knurren. Von diesem beiden weiteren Mitbewohnern des Hauses hatte mir zuvor noch niemand irgendetwas erzählt. Als es dann ruhig blieb, konnte ich mich entspannen und rasch einschlafen. Während der Nacht schaute im dunkeln Raum irgendjemand einmal nach mir. Das Umdrehen im Schlaf beschränkte sich auf das Verlagern des Schwerpunktes von der einen Pobacke auf die Andere durch leichtes Verdrehen der Hüfte. Mehr Bewegung war nicht drin. Trotzdem ging das ganz ordentlich und als es um sieben zum Aufstehen Zeit gewesen wäre, war ich noch so verschlafen, daß ich den Vorschlag machte, einfach noch ein Stündchen so weiterzuschlafen. Insgeamt 9 Stunden Schlaf ohne Probleme und ohne Schlaftablette. Dabei höchstens geringfügig unbequemer als ohne Fesselung. Die Fesselung wäre ohne weiters noch länger bequem gewesen und das einzige nächstliegende Problem erschien ein irgendwann anstehender Toilettenbesuch zu werden. Für mich sehr überraschend, räumte die dominante Seite beim Aufstehen dann allerdings ein, in dieser Nacht selbst verdammt schlecht geschlafen zu haben um alle 2 Stunden bei mir kontrollieren zu können. Irgendwoher kannte ich dieses Phänomen aber doch schon. Zum Abschied bekamen wir von der ebenfalls im Haushalt lebenden Tante noch ein sehr ordentliches Frühstück serviert. Natürlich aber nicht ohne, daß sie mich zuvor mit schrägen Blicken neugierig angeguckt hätte, aber ohne auch nur ein einziges Detail zu dieser Nacht weiter nachzufragen.

( Der Verleger in Fesseln )
Summa summarum zeigte diese Session wieder einmal mehr ganz eindrücklich gleich zweimal hintereinander bei verschiedenen Personen die verdrehten Vorzeichen bei SM: Die dominante Seite leidet darunter, jemanden quälen zu wollen und die devote Seite geniest die Hingabe im Schmerz. Darüber hinaus ist Segufix alleine für SM Zwecke schon sehr bequem und eignet sich ohne weiteres dazu, Personen auch über Tage festzuhalten. Entgegen der Segufix Anleitung können die Hände zur weiteren Einschränkung der Bewegungsfreiheit natürlich auch über dem Kopf an den Schulterzusatzgurten festgemacht oder andere kreative Kombinationen ausprobiert werden. Mit Material aus dem Baumarkt kann allerdings auch wesentlich billiger und für SM Zwecke wirksamer (z. Bsp. Hände hinter dem Rücken) niemals aber so bequem gefesselt werden. Trotz einer Komplettfesselung mit Segufix empfinde ich zum Vergleich bereits leichtes Fieber bei einer normalen Grippe als viel unangenehmer. Der hohe Preis und die aufwendige Machart von Segufix erlauben vor allem eine gezielte Kontrolle der Bewegungsfreiheit in verschiedenen Stufen, nicht aber unbedingt bis zum SM Härtefall. Segufix stellt dabei in diametraler Weise natürlich die möglichst humane Behandlung des Patienten in den Vordergrund. Wenn die Diskussionen über Nebenwirkungen von Sedativa und Analgetika in den Anstalten schon ebenso fortgeschritten wären und Psychopharmaka nicht einfach aus Kosten und Bequemlichkeitsgründen weitverbreitet eingesetzt würde, wären wir in der Humanität vieler Pflegeanstalten bereits einen guten Schritt weiter.
ein Link zum Thema: Michaels Zwangsjackenseite