Lustvolle Unterwerfung Katalog


Träumen Sie von einem prickelnden Liebesspiel mit Ihrem Partner? Haben Sie Lust auf sinnliche Abenteuer voller Macht und Hingabe, Demütigung und Überwältigung? Fehlt Ihnen dazu aber noch ein wenig Erfahrung? Dann ist dies das richtige Buch für Sie.

Wie gelingt zwischen dem herrschenden und dem versklavten Partner die richtige Kommunikation? Wie setzt man Erniedrigungen geschickt in Szene? Worauf muss man beim Fesseln achten? Wie vermeidet man psychische Krisen, geht mit Ängsten und Schuldgefühlen um? Was ist wissenswert bei Spielen mit Augenbinden, Korsetts, Halsbändern oder beim Fußfetischismus? Auf welche Weise findet man den passenden Partner? Wie schützt man sich vor sexuellen Übergriffen oder Missbrauch in einer Beziehung? Wie outet man seine Neigung vor Dritten? Bei welchen Anlaufstellen kann man für ganz persönliche Probleme kostenlos Hilfe erhalten? Dieser Ratgeber verrät Ihnen Antworten auf all diese Fragen - und dazu zahllose weitere Anregungen, wie Sie ihre dunkelsten erotischen Träume so genussvoll und gefahrlos wie möglich in die Wirklichkeit umsetzen können.

Dabei stellt dieses Buch eine kleine Revolution unter den Sex-Ratgebern dar. Statt nämlich wie vergleichbare Titel nur auf den Erfahrungen von einem oder zwei Autoren zu beruhen, finden sich auf seinen Seiten die gesammelten Kenntnisse mehrerer Dutzend lebenskluger Fachleute: von Profi-Dominas über Mitarbeiter telefonischer Beratungsstellen bis hin zu Menschen, die seit langen Jahren in einer entsprechenden Beziehung leben. Jeder der Mitwirkenden gibt kundige Auskünfte über jene Bereiche, in denen er sich am besten auskennt. All diese Antworten ergänzen einander zu einem gesammelten Fachwissen über erotische Unterwerfung, das es so noch niemals gab.

So weit der Klappentext - und hier noch der Beginn des Kapitels

Im Reich der erotischen Herrschaft –
wie man eine gelungene Szene gestaltet

Woran sollte man denken, wenn man einen Abend vorbereitet, in dessen Zentrum ein Unterwerfungsspiel steht?

Natalia: Ein gutes Spiel hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Nachdem man sich also entschieden hat, die Wirklichkeit zu wechseln und in die Unterwerfungsidentität zu schlüpfen, ist es gut, sich und dem Gegenüber diesen Wechsel und somit den Anfang des Spiels zu verdeutlichen, zum Beispiel indem die Domme dem Sub ein Halsband umlegt. Damit gelten nun nicht mehr die Regeln der normalen Welt, sondern »ihre« Regeln – wie auch immer die lauten mögen.
Ein guter Beginn ist es, dem Sub zu befehlen, sich vor eine Wand zu knien, um sich einzustimmen, und von selbst zur Domme zu kommen, wenn er innerlich in der Sub-Rolle angelangt ist. Oder er kniet vor der Domme und küsst ihr zur Begrüßung die Füße. Man kann ihn auch stehen lassen und ihm die Augen verbinden.
Wie es nun weitergeht, hängt von den Vorlieben der Domme ab. Vielleicht wird sie dem Sub die Handgelenke fesseln und ihn so einfache Aufgaben erledigen lassen: Kerzen anzünden, Wein holen und ähnliches. Die Aufgabe muss natürlich perfekt ausgeführt sein, sonst gibt es zumindest einen Tadel. Oder man verbindet ihm die Augen und »quält« ihn mit Kratzen und Kneifen, streichelt wohl auch mal oder tropft Kerzenwachs (kein Bienenwachs!) auf seinen Körper. Denkbar ist es natürlich auch, mit leichten Schlägen zu beginnen, die wiederum mit Streicheln abwechseln.
Es gibt noch so viele Möglichkeiten. Das Beste ist, einfach anzufangen und in sich hineinzuhorchen, was man gern tun würde – als Domme. Die Aufgabe des Subs ist es, sich fallen zu lassen und mitzugehen. Es mag sein, dass die Domme das Spiel bestimmt, doch er muss mitspielen. Viele Subs neigen dazu, sich in Passivität fallen zu lassen. Das macht es der Domme dann sehr schwer. Auch der Sub kann das Spiel durch Vorschläge, Bitten, die Art und Weise, wie er gehorcht (oder auch nicht), Mimik, Gestik und Gebaren mitbestimmen.
Das Spiel sollte man mit einer entsprechenden Geste beenden. Das Abnehmen des Halsbandes bietet sich an oder der Handkuss zum Abschied. Werden anschließend die Kleider gewechselt, so ist man bald wieder in seinem Alltags-Ich angekommen. Nach harten oder sehr langen Spielen kann dieser Wechsel jedoch mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Später sollte es unbedingt noch ein Gespräch geben. Was war gut? Was hat sich toll angefühlt? Was war weniger schön? Welche Phantasien und Ideen sind hochgekommen? Was hätte ich gerne noch ausprobiert? Das Wichtigste für eine ist es, immer wieder zu reden, denn weder gute Subs noch gute Dommes fallen vom Himmel. Nur wenn man bei sich selbst nachspürt, was einem gut tut, kann man »seinen« Weg finden. Und nur durch Reden und Zuhören kann man dies dem Partner vermitteln und ihm selbst gerecht werden.

Claudia: Wenn der Dominante im Spiel Handschellen verwendet, sollte er auf alle Fälle dafür sorgen, dass auch wirklich die richtigen Schlüssel griffbereit liegen. Vor kurzem las ich auf einer Website von einem Erlebnis, bei dem das wohl nicht so war und vier Männer eine breit grinsende Subbie mit hochwertigem Werkzeug befreien mussten. Und das passierte einem wirklich erfahrenen Dom. Wenn der Dominante nicht über genügend Knotenkunde verfügt – was ja eigentlich eine Schande ist –, dann sollte er zumindest dafür sorgen, dass eine Verbandschere mit abgerundeten Spitzen bereitliegt, um bei Panik schnelle Hilfe leisten zu können.

Susanne K.: Während der Autofahrt die Augen verbinden, Fesseln anlegen, Kleidervorschrift, korrekte Anrede in der Sie-Form, Halsband/-reif anlegen, im Restaurant das Essen auswählen – das sind alles Ideen für eine schöne Einleitung. Das Wichtigste meiner Meinung nach ist, dass man sich gegenüber dem Alltag so gut wie möglich abschottet und sich aufeinander konzentriert – und sich seine Phantasien und Träume ins Gedächtnis ruft…

Sabine: Hat Schwiegermama einen Schlüssel? Dann sollte der eigene von innen stecken. Falls Kinder da sind: Ein Wochenende zu Oma und Opa damit – das tut beiden Seiten gut. Vorher abchecken, ob sie auch dort schlafen, nicht dass die Großeltern samt Kids im Schlepptau in die Session platzen… Wenn man sich’s leisten kann und mag, ist auch ein Hotelzimmer eine gute Alternative. Dann sind schon mal alle Alltagsdinge ganz weit weg.

Eva: Nach dem Spiel bedarf es zumindest für den Sub einer mehr oder weniger kurzen »Aufwachphase«. Wenn es heftiger wird, brauche ich mindestens eine halbe Stunde, bis ich wieder fit genug bin, um Auto zu fahren. Andere Termine oder meinetwegen die Rückkehr der Kinder von der Oma sollte man sich deshalb großzügig weit weg legen. Wenn es einen derartigen Zeitrahmen gibt, sollte sich der Top unbedingt eine Uhr in den Sichtbereich stellen, da das Zeitgefühl der beiden Spielenden meistens verloren geht.
Zumindest der Top müsste sich außerdem überlegen, wie dieses Rollenspiel in etwa ablaufen könnte. Es handelt sich dabei weniger um ein konkretes Drehbuch, das eins zu eins abgearbeitet werden muss, als um eine Liste von Dingen, die jetzt nett wären, sich aber auch ganz anders entwickeln können. Vor allem für den Einstieg sollte man etwas vorbereiten, um nicht gleich zu Anfang in der Luft zu hängen.
Überprüft, ob genügend Wasser da ist. Spielen macht durstig. Und sorgt dafür, dass eure Räume warm genug sind. Dabei sollte man bedenken, dass sich zumindest eine Person während des Spiels ausziehen könnte. Kälte ist unerotisch und kann zu Krankheiten führen.

Lady Wanda: Nachdem du für dich selbst deine Rolle durchdrungen und angenommen hast, geht es darum, sie umzusetzen im Rollenspiel unter den aufmerksamen Augen und Ohren deines passiven Opfers, das nicht annähernd so passiv ist, wie du vielleicht denkst. Dominant sein heißt, dass du nachdenkst, bevor du zu handeln beginnst. Es heißt, dass deine Handlungen sinnvoll sein müssen, maßvoll und würdevoll. Es heißt nicht, dass du keine Fehler machen darfst, aber du darfst dich durch Fehler oder unvorhergesehene Vorkommnisse und Schwierigkeiten nicht aus der Bahn werfen lassen. Es darf durchaus auch gelacht werden, denn wo Genuss stattfindet, muss nicht alles in pathetischem Ernst vor sich gehen. Es geht vor allem um eines: Bewahre DEIN Gesicht.
Zurück zur Basis: Du hast dich für die Rolle des Dominanten oder des Sadisten entschieden. Meistens für eine Mischform aus beidem. Das setzt voraus, dass du zumindest ein wenig dieser beiden Charakterzüge in dir trägst, bislang mehr oder weniger ausgelebt oder verdrängt. Versuche dich an diese Gefühle und Gelüste zu erinnern, vergegenwärtige sie dir vor deinem inneren Auge und lasse dich ganz davon ausfüllen.
Nutze den Vorgang des Ankleidens dafür, hole mit der ausgewählten Kleidung auch die Charakterzüge hervor, die du dann ausleben möchtest. Erinnere dich an Momente, in denen diese bereits einmal aufgeflammt sind.
Nutze die Zeit, in der dein Opfer sich duscht und ebenfalls ankleidet, dafür, dich in Position zu setzen und dich auf sein Erscheinen einzustimmen.
Deine Positur und deine Gestik kannst du zuvor vor dem Spiegel ausprobieren. Achte aber darauf, dass alles deinem Typ entspricht. Selbstsicherheit kann elegant wirken, aber auch lässig. Du wirst schnell sehen, was dir gut steht und was eher aufgesetzt wirkt.
Es kann sein, dass du nervös bist. Akzeptiere, dass das in Anbetracht der Lage normal ist.
Eine gute Möglichkeit, diese Nervosität zu überbrücken, ist es, den in die Tür tretenden Sub sofort mit kleinen Aufgaben zu beschäftigen, die einen Einstieg ins Geschehen bieten und die dir die Möglichkeit geben, ihn und seine Reaktionen zu beobachten. Konzentriere dich auf dein Gegenüber, das lenkt von dir selbst etwas ab.
Er kann Kerzen aufstellen und anzünden, Spielzeuge holen und für dich bereitlegen, das alles unter deinen aufmerksamen Blicken. Du wirst in dieser Zeit an seiner Aufregung wachsen und dich beruhigen.
Du musst nichts außergewöhnlich Geistreiches formulieren. Versuche lediglich, kurze ganz Sätze zu bilden, die ihm/ihr Handlungen auferlegen. Deine Stimme sollte fest und bestimmt klingen, aufgeregte Heiserkeit kann aber auch ein Indiz aufkommender Erregung sein, das den/die Sub zusätzlich stimuliert.
Deine Sprache muss in Übereinstimmung sein mit dem, was du darstellst. Auch dies klingt so einfach, wird aber oftmals nicht beachtet. Die falschen Worte können mehr schmerzen als jeder Schlag. Vermeide unsicheres Nachfragen nach seinem/ihrem Befinden, beobachte statt dessen ihre Reaktionen. Unsicheres Fragen verunsichert dein Gegenüber und gibt ihm/ihr das Gefühl, an einen Stümper geraten zu sein.
Dein Sub wird deine einfachen Anweisungen ausführen und ein Gefühl von Erleichterung wird dich überkommen. Es kann jetzt losgehen.
Wenn du dir einen Ablauf überlegt hast, dann kannst du jetzt damit beginnen. Bei Unvorhergesehenem denke an Handlungsalternativen und nimm alles locker. Nichts ist so undominant wie Verkniffenheit.
Hast du keinen Handlungsplan ausgearbeitet, dann folge deiner Intuition. Tue, was dir in den Sinn kommt. Aber lasse jede Idee zwanzig Sekunden in dir wirken, bevor du mit der Umsetzung beginnst, denn so fallen dir technische unüberbrückbare Schwierigkeiten auf, bevor sie peinlich werden.

Wie sorgt man für die richtige Atmosphäre im Spielzimmer?

Eva: Wenn man nicht von selbst ins Spiel kommt bzw. den Alltag nicht so leicht ausblenden kann, können folgende Veränderungen helfen:

· ausführliche Körperpflege

· passende Kleidung anziehen (Einstimmung auf die Spielsituation)

· Aufräumen, Arbeit wegräumen

· mit einer Duftlampe angenehme Gerüche verbreiten, die sonst nicht in der Wohnung herrschen

· schöne, passende Musik auflegen, die aber auch sehr vom Spiel abhängt. Für die Prinzessin passt vielleicht ein Menuett, bei dem Pony eher der Radetzky-Marsch. Hat man kein konkretes Szenario vor Augen, würde ich eher etwas Ruhiges für den Anfang wählen, da viele Spieler gerade zu Beginn unnötig aufgeregt sind und diese Musik dem entgegenwirken kann.

· ein angenehmes, nicht zu dunkles, aber auch nicht zu grelles Licht erzeugen. Indirekte Beleuchtung ist zu empfehlen. Kerzen sind für die Stimmung sehr hilfreich, erzeugen aber ein flackerndes Licht, das nicht immer optimal ist. Da sie aber auch ein praktisches Element beinhalten können (sie liefern Wachs), habe ich eigentlich immer welche an. Man sollte allerdings die Brandgefahr nicht völlig vergessen.

· Getränke und Kleinigkeiten zu essen bereitstellen.

Dazu kommt natürlich alles, was einem individuell als passend erscheint. Der männliche Sub, der seine dominante Partnerin empfängt, hat vielleicht gerne ein paar Rosen oder sonstige Blumen griffbereit, um sie ihr zu überreichen.
Andere wieder haben Begrüßungs- oder Einstiegsrituale, die sie in die entsprechende Stimmung bringen und ihnen klar machen, dass jetzt das Spiel begonnen hat. So was hat mir gerade am Anfang gut geholfen. Auch wenn ich vorher nicht wirklich in der Stimmung war, habe ich mich anschließend meiner Rolle entsprechend verhalten und schwupps war ich dann doch drin. Dieses Verhalten hilft auch dem Partner, hineinzufinden und überzeugender zu sein. Nach kürzester Zeit hat man sich so dann gegenseitig ins Spiel gebracht. Vielleicht sind wir ja doch alle pawlowsche Hunde…

Claudia: Man braucht viiiiiele Kerzen. Das mindert die Falten im Gesicht (grinst).

Deidra: Als allererstes gehört hierzu die richtige Zeit. Jeder hat Zeiten, in denen er/sie für Sex besonders zugänglich ist. Für manche sind es die klassischen Nachtstunden, für andere der frühe Morgen. Ich selber mag den Nachmittag/Spätnachmittag bis in den frühen Abend am liebsten. Man ist körperlich und geistig noch nicht so fertig wie in den Nachtstunden, aber meist angenehm entspannt, da alle »zu erledigenden Dinge« auch erledigt sind und das Licht recht weich ist (oder es bereits dämmert, nur noch Resttageslicht da ist). Licht muss auf jeden Fall herrschen. Aber nicht zu grell, das ist störend und lenkt ab. Indirekte Beleuchtung aus dem Nebenzimmer, der Kerzenkronleuchter… aber hell genug, dass man sehen kann. Das ist wichtig, da in bloßem Kerzenlicht Rötungen (durch zu heißes Wachs zum Beispiel), Verletzungen (die nicht gewollt sind) oder Blaufärbungen (bei Kreislaufproblemen) der Haut schwer erkennbar sind. Außerdem isst das Auge mit und im Restaurant will man ja auch sehen, was der Koch so auf den Teller gezaubert hat.
Die Musik muss zwar hauptsächlich Dom gefallen, aber wenn Subbi nur schaudert ob der Töne, nicht der Qualen, wird keine rechte Stimmung aufkommen. Wir mögen beide Gothic bzw. mein Freund auch »Härteres«, solange es dunkel ist, bis in Richtung Dark Metal. Zum Spielen Empfehlungen der dunklen Art: Lacrimosa (wobei ich schon Leute kennenlernte, die dabei eher Gänsehaut vor Horror als vor Lust bekommen), Dead Can Dance, wenn’s sanfter sein soll, Apocalyptica macht sich gut. Musik, die dunkel ist wie blutrotschwarzer Wein und schwer wie solcher nach ein paar Jahren Eichenfasslagerung (lächelt).

Martina: Musik haben wir eher selten als Hintergrunduntermalung. Liegt bei uns persönlich daran, dass wir durch den Geräuschpegel des Tages dann abends lieber im Stillen entspannen. Wenn es doch Musikuntermalung gibt, dann die allseits beliebten SM-Musiken: ERA, Impressions of Winter, Rosenstolz. Auf Parties schwelge ich am liebsten in gregorianischen Gesängen.

Lady Wanda: Wenn man von spontanen Aktionen absieht, sollte man an Stimulanzien für sämtliche Sinne denken: Sehen, Hören, Fühlen, Schme­cken, Riechen. Ambiente und Outfit sollten optisch ansprechend sein. Das kann vielerlei bedeuten, hängt also von den persönlichen Vorlieben ab. Da bei einem Großteil von Sadomasochisten zunächst die eigenen vier Wände in Betracht kommen, kann man die ein wenig umdekorieren. Kerzen, Instrumentarium bereitlegen, Tageslicht aussperren. Das Outfit sollte sich ebenfalls vom Alltag abheben. Ist noch keine Fetischgarderobe vorhanden, empfehle ich Abendgarderobe. Sowohl für Dom als auch für Domme.
Musik: Laut oder leise, aufdringlich oder eher im Hintergrund, beides ist möglich. Leise beginnen und dann, falls man verbal noch unsicher ist, ruhig mal lauter drehen und die Atmosphäre davon bestimmen lassen. Ob man Klassik mag oder eher Rammstein, das weiß ja jeder für sich bereits. Wenn man sich sicher genug fühlt, dann kann man die Musik auch weglassen. Dann tritt die Stimme in den Vordergrund oder auch die Stille. Mit der Stimme kann man ähnlich agieren wie mit der Peitsche: Mal schmerzhaft eindringlich, mal leise zärtlich oder laut tobend. Das Fühlen ergibt sich dann hoffentlich.
Oraler Genuss. Wenn ich auch von Alkohol abrate, so schadet ein Glas Sekt wohl kaum, hebt aber den besonderen Anlass hervor. Wahlweise auch andere Delikatessen. Natürlich nur für Dom/Domme. Bei Wohlverhalten kann man Sklave/Sklavin auch ein wenig füttern.
Die Nase stimulieren. Kerzen verbreiten in der Regel schon ihren eigenen Geruch. Parfum eignet sich gut dazu, jemanden zu konditionieren. Ein bestimmter Duft zu besonderen Gelegenheiten – das prägt. Räucherstäbchen oder ähnliches sind auch okay, wenn man es mag.
Keine Angst vor Wiederholungen, was die Atmosphäre betrifft. Rituale sind wichtig und erleichtern den Einstieg. Sich Abwechslung zu suchen ist später immer noch möglich.

Deidra: Ein Brandy oder anderer harter Alkohol wäre vor einem solchen Spiel sicher fehl am Platz, da er Nebenwirkungen hat, die sowohl Subbi als auch Dom spieluntauglich machen können (zu heftige Wirkung halt). Aber mit der Hilfe von einem Glas Wein, Sekt oder einem Cocktail kann man das Spiel mit etwas Angenehmem beginnen lassen. Es beruhigt die Nerven und kann Anspannungen lösen (soll ja vorkommen, dass nicht nur Subbi aufgeregt ist). Genauso kann während des Spiels ein kleiner Schluck Wein als Stärkungsmittel funktionieren, wenn Subbi vor lauter Aufregung oder Anstrengung die Knie zittern. Ich selbst bevorzuge generell trockenen Rotwein oder trockenen Met, da diese, im Gegensatz zu ihren lieblichen Gegenstücken, nicht so schnell in Blut und Kopf steigen.

Welche Kleidung bietet sich für ein effektvolles Auftreten an?

Sabine: Interessant ist es, einfach mal etwas anzuziehen, das man sonst nie trägt. Flohmärkte und Second-Hand-Shops, die man früh genug durchstöbern sollte (wenn man mal Lust dazu hat, nicht wenn das Spiel unmittelbar bevor steht), inspirieren zu ungeahnten Verkleidungsmöglichkeiten. Auf jeden Fall sollte man sich auch in dieser Kleidung wohl fühlen. Die Frau, die sonst nie High Heels trägt, wird einen sehr aufregenden Gang bekommen und sich in schwarzem Mini und weißer Bluse ganz anders fühlen als sonst; die gestylte Workalholicerin kann vielleicht mal einen Schul­mädchendress à la graue Maus ausprobieren. Erlaubt ist, was gefällt – und zur vorher abgesprochenen Situation passt.

Martina: Ich fühle mich im schlichten kleinen Schwarzen am wohlsten, dazu passende Schuhe. In »Mörderschuhen« komme ich null in Stimmung. High Heels zu tragen wäre ein Grund für mich, jemand anderen zu ver­prügeln.
Wir fallen wohl eher durch absolute (ländliche) Normalität auf: das kleine Schwarze, passendes Schuhwerk, unbedingt schöne Nylonstrümpfe, bloß keine Strumpfhose.
Wahlweise haben wir noch einen Lederharness für mich da und zwei oder drei wirklich schlampige Kleiderfummel.
Mein Partner trägt auch nur ein schlichtes schwarzes Oberhemd und eine elegant aussehende Lederhose oder andere Lederhosen. Weil ich es so toll finde, zwängt er sich auch zu Hause in seine Lederjacke und setzt auch mal seine Sonnenbrille auf, was ich sehr passend finde. So kann ich ihm nicht in die Augen sehen.

Eva: Die Kleidung sollte zur eigenen Stimmung passen. Denn nur das wirkt bei den meisten Menschen authentisch. Egal, was man anzieht, man sollte sich selbst darin gut fühlen, sich selbst wiederfinden.
Natürlich sollte es auch zu dem angedachten Spiel passen. Aber das heißt noch lange nicht, dass man alle Klischees erfüllen muss. Wenn frau es nicht gewohnt ist, auf Pfennigabsätzen herumzulaufen, sollte sie als Top trotz der tausend Bilder, die Stöckelschuhe mit Dominanz verbinde, vielleicht doch ein anderes Schuhwerk beim ersten Spiel wählen. Denn ein Herumgestelze und -gewackel mag vielleicht lustig aussehen, ist aber nicht wirklich majestätisch und auch nicht ganz ungefährlich.
Wenn ich mir überlege, was ich anziehe, horche ich in mich hinein, was ich mit den in meinem Schrank vorhandenen Kleidungsstücken verbinde, welche Phantasien und Stimmungen jeweils aufkommen. Dann überlege ich mir, welchen Effekt ich bei meinem Partner erzeugen möchte. Soll mein Auftritt sexy, jung, schick, erfahren, kraftstrotzend, hilfsbedürftig oder erhaben wirken? Oder soll er meinem Partner zuliebe doch das sein, von dem ich weiß, dass er es besonders gern mag? Worin fühle ich mich im Moment besonders sicher? Oder falls ich in der devoten Rolle spiele: Worin fühle ich mich besonders unsicher?

Lady Wanda: Ich wage zu sagen, dass jeder Mensch mehr oder weniger starker Fetischist ist. Das heißt, es gibt Kleidungsstücke, die ihn faszinieren oder eher abturnen. Nachdem ich ausführlich dazu Stellung genommen habe, was du an innerer Einstellung herausarbeiten solltest, geht es nun um deine äußere Erscheinung. Du musst herausfinden, was dich begehrenswert macht, was deine Schönheit und Einzigartigkeit betont und hervorhebt.
Stelle dich dazu nackt vor den Spiegel und sieh dich genau an. Nun schließe deine Augen und stelle dir verschiedene Kleidungsstücke an dir vor. Dies dauert beim Mann in der Regel weniger lange als bei der Frau. Welches Outfit macht dich sexuell attraktiv? In welchem fühlst du dich besonders stark und sicher? Anregungen und Wünsche des Passiven solltest du dann berücksichtigen, wenn sie mit deinen eigenen Vorlieben übereinstimmen.
Willige als Domme nicht ein, eine Ledertanga zu tragen, wenn du dir darin lächerlich vorkommst, so sehr der Passive auch bettelt. Halte dir immer vor Augen, dass du es bist, die die Maßstäbe setzt. Trage als Dom niemals eine Uniform, weil deine Sklavin sich das so wünscht, während du selbst das blödsinnig findest. Du bist kein Kleiderständer, sondern eine Persönlichkeit!
Du kannst dein Opfer nur fetischistisch locken, wenn euer Fetisch übereinstimmt. Dann aber nutze diese Möglichkeit voll aus, denn optisch sein/ihr Fetischtraum zu sein vereinfacht die Erziehung auf äußerst angenehme Weise. Stimmen eure Fetische in keiner Weise überein, dann liegt es am Passiven, Kompromisse einzugehen oder aber weiter zu suchen.
Das heißt nicht, dass du keine Anregungen annehmen solltest. Aber achte strikt darauf, dass du nur Dinge annimmst, bei denen du mit dir selbst im reinen bleibst. Beispielsweise kann sich eine Domme in Heels wirklich schön finden, obwohl sie erst durch einen Sklaven auf die Idee gekommen ist, mal welche anzuprobieren.
Was nun deinen Einfluss auf das äußere Erscheinungsbild des/der Sub angeht, so agiere, wie du es für angemessen hältst. Hast du eine sehr genaue Vorstellung davon, wie sie/er dir gegenüberzutreten hat, dann sprich das deutlich aus und bestehe darauf. Sind dir die Äußerlichkeiten relativ gleichgültig, ziehe dir nicht irgendwelche Kleidungsregeln aus der Nase, deren Einhaltung du doch nicht wirklich streng überwachst.
Die meisten Subs erwarten in dieser Hinsicht Regularien, aber wenn du keine setzen möchtest, dann erkläre das unmissverständlich. Es ist dein gutes Recht, dich nicht mit Dingen zu befassen, dich für dich relativ gleichgültig sind. Sind diese Dinge dir wichtig, dann zeige auch dies unmissverständlich und sei sparsam mit Ausnahmegenehmigungen.
Auch hier gilt: Gehe keine Kompromisse ein aus Angst, keine(n) bessere Sub zu finden! Dies wäre kontraproduktiv, denn er/sie säße somit am längeren Hebel.

Sven: Es gibt nicht »die Kleidung« für eine Session. In der Kleidung drückt sich schon der Respekt für den Spielpartner aus, sei es nun ein Gothenoutfit, Leder schwarz, Straps und Mieder oder ein gepflegter Anzug. Der Effekt liegt sozusagen im Auge des Betrachters. Ich bin sicher, dass es auch Leute gibt, die als Dom im karierten Schlabberhemd, zertretenen Birkenstock-Imitaten und ausgebeulten grünen Breitcordhosen prima Stimmung erzeugen können (als Lehrer vielleicht).
Als Sub mag ich es, wenn meine Partnerin »herrisch« angezogen ist, nicht Spikes und Nieten, sondern eher klein, schwarz, elegant. Wenn ich toppe, mag ich sie in allem Möglichen sehen, je nach Stimmung, Strapse, nackig, Korsett, Kleid…

Werner: Ich selbst ziehe meistens nur eine Lederhose an und ein T-Shirt mit der Aufschrift »Zickenbändiger«. Es geht mir auch nicht um den Effekt des Auftretens, sondern darum, dass wir unseren Spaß haben.

Auch Lady Antigone hat Erfahrungen gesammelt, wie sie sich selbst möglichst dominant präsentieren kann:

Und hier kann man dann nur noch wie weiland die Togal-Reklame sagen: "Wir wissen nicht, was diese freundliche Lady empfiehlt. WIR empfehlen bei Ratlosigkeit in SM-Fragen: Kaufen Sie DIESEN Ratgeber!" Denn dann wissen Sie, wie's weitergeht ....