Des Widerspenstigen Zähmung Katalog

Ganz in Weiß

Wenn die Hochzeitsglocken läuten - Thema mit Variationen

Teil I - Heidelberger Romanze

»Klick« - wie alles begann

»Das viele schwarze Leder in der SM-Szene und auf Feten geht mir ein bißchen auf die Nerven«, erläuterte ich meiner zustimmend nickenden dominanten Gesprächspartnerin. »Ab und zu ist das ja ganz nett, aber es gibt doch so viele Phantasien, die gar nichts mit schwarzem Lack oder Leder zu tun haben. In Gefängnissen oder altmodischen Internaten, in Kliniken oder zu Zeiten der Inquisition - wo gab es da schwarzes Leder?«

»Das empfinde ich genauso! Ich würde gerne mal ein Spiel in einem Brautkleid machen«, erzählte sie mir.

»In einem Brautkleid?« Ich war zunächst verblüfft, doch dann fiel mir ein Titelphoto eines Buches aus dem tschechischen OWK ein, das eine herrische Braut mit Gerte neben ihrem frischgebackenen Ehesklaven zeigte, mit Anzug und Krawatte, aber kniend, in Ketten und geknebelt.

»Ach so, du möchtest das also so machen, daß du eine Braut spielst, die ihrem Mann von vornherein zeigt, wo’s langgeht?« fragte ich, noch etwas unsicher.

»Genau! Gerade weil eine Braut normalerweise etwas völlig Passives ist, reizt es mich, das einmal von einer ganz anderen Seite zu zeigen - und zwar am liebsten in der Öffentlichkeit!«

»Klick - herzlichen Glückwunsch zur Heirat!« las ich einmal über einem Paar Handschellen auf einer ironisch gemeinten Hochzeits-Glückwunschkarte. In der Tat, sobald man sich das Jawort einmal gegeben hat, ist man erst einmal gefangen, der Mann fast noch mehr als die Frau, die durch die heutigen Scheidungsgesetze begünstigt wird - eine Situation, die für einen devot veranlagten Mann nicht ohne Pikanterie ist. Was kann es Schöneres geben (zumindest in der Phantasie) als eine sogenannte »24/7-Beziehung«, die schon in der Heiratszeremonie so eindeutig wie möglich beginnt?

Aus dem eingangs erwähnten Gespräch in der Karlsruher »Kulturruine« wurde nach und nach eine obsessive Phantasie, die nach Verwirklichung drängte, bei IHR noch weitaus mehr als bei mir, wie es sich gehört für eine »Braut«, die sich anschickt, die Führungsrolle zu übernehmen … »Sollen wir ein Brautpaar spielen, das erst noch auf dem Wege zum Standesamt ist, oder eins, das schon getraut ist?« fragte ich sie. »Eins, das schon getraut ist!« - »Ah so, wenn also schon alles zu spät ist?« - »Genau, wenn alles zu spät ist!!« - und wenn ihm nichts anderes mehr bleibt als Unterwerfung …

Klick.

Gesagt, getan.

Wenn Sie wissen möchten, wie diese Idee realisiert wurde und wie ich als armer, geknechteter Bräutigam in Heidelberg an der Leine geführt wurde - lesen Sie es im Buch nach ...

 

Die Braut

Wo bleibt sie denn nur so lange? Nervös blickte er zum dritten Mal in fünf Minuten auf die Uhr und fragte sich wieder einmal verzweifelt, warum um alles in der Welt Frauen nie rechtzeitig fertig werden können. Ruhe, ermahnte er sich, Ruhe. Was sollen die Gäste von einem so nervösen Bräutigam halten? Hatten die anderen schon etwas von seiner Unruhe bemerkt? Das repräsentativ eingerichtete Wohnzimmer und die großzügige, geräumige Diele war gefüllt mit rund zwei Dutzend festlich-korrekt gekleideten Gästen: befreundeten Unternehmern, Verwandten, Professoren, Juristen - kurz, seinem engeren Freundeskreis. Gemeinsam wollte man von seiner Villa aus zum Standesamt fahren, wo die weniger eng mit ihm befreundeten Gäste jetzt sicherlich schon warten würden. Noch plauderten alle ungezwungen, gingen umher und musterten einzelne besonders gediegene Stücke der ganz konservativ-bürgerlich gehaltenen Einrichtung mit Anerkennung im Blick. Doch bald würden auch sie unruhig werden.

Schon wieder waren zwei Minuten vergangen. Jetzt ertrug er das Warten nicht mehr; eilig schritt er die breite, elegant geschwungene Treppe hinauf und mußte sich zwingen, nicht zu rennen. Das Schlafzimmer lag am hinteren Ende des Ganges. Ungeduldig riß er die Tür auf.

Seine Braut war fertig angekleidet. Sie nestelte nicht nervös an irgendwelchen Details ihrer Kleidung, sie war nicht verschwitzt, sie war die Ruhe selbst. Mit verschränkten Armen stand sie mit dem Rücken zum Fenster, die Zimmertür im Blick. »Ah, komm ‘rein! Ich hab’ schon auf dich gewartet!« Ihre Miene hellte sich zu einem strahlenden Lächeln auf, und sie nahm die Hände zur Seite, stützte sich damit auf den Heizkörper. »Schick siehst du aus in deinem Frack!«

»Wo bleibst du denn so lange? Wir sind schon spät dran, und du stehst hier seelenruhig am Fenster und drehst Däumchen!« Sie sah hinreißend aus in ihrem weißen, spitzenbesetzten Brautkleid, doch bei aller Freundlichkeit lag in ihrem Ausdruck ein Zug von Willensstärke und Entschlossenheit, der ihn aus Erfahrung davon abhielt, sie wütend zurechtzuweisen. »Ach, ich wußte ja, daß du mich holen kommen würdest, Schatz. Außerdem müssen wir da noch kurz was besprechen.«

»Besprechen? Jetzt??«

»Ja, jetzt. Gewisse Dinge stellt man besser von vorneherein endgültig klar - bevor man sich endgültig bindet.«

Ganz ruhig bleiben, ermahnte er sich wieder. Hatte er nicht schon genügend nervenaufreibende Verhandlungen mit schwierigen Geschäftspartnern zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht? Er würde auch diese Situation meistern. Vorsichtig und ohne den Blick von ihrem Gesicht zu lösen, setzte er sich auf das breite Ehebett, das sie erst vor zwei Wochen gemeinsam ausgesucht und angeschafft hatten. Mit seinen verschnörkelten, glänzenden hohen Messingstangen paßte es nicht ganz zu den anderen Möbeln, aber sie hatte hartnäckig auf diesem metallenen Modell bestanden.

Sie setzte sich auf die gegenüberliegende Bettkante und legte begütigend ihre Hand auf die seine. »Wir werden bestimmt auch gleich fertig sein. Ich wollte dir nur kurz mitteilen, daß ich es mir anders überlegt habe, was meinen Beruf betrifft. Ich möchte meine Tätigkeit als Lehrerin lieber doch nicht aufgeben, sie bedeutet mir einfach zu viel.«

»Aber Liebling«, wandte er überrascht und unangenehm berührt ein, »das haben wir doch schon x Mal besprochen, ich verdiene doch wirklich genug Geld für uns beide, was sollen denn die Leute denken, wenn meine Gattin nebenher noch-«

»Ich hab’s mir eben anders überlegt«, erwiderte sie ungerührt und zog ihre Hand wieder zurück. »Ich habe gründlich über alles nachgedacht, und da ist mir erst so richtig zu Bewußtsein gekommen, wie sehr es mir Spaß macht« - sie wurde langsamer - »Kinder zu erziehen.« Die eindringliche Art, in der sie die letzten Worte aussprach und ihn dabei ansah, ließ in ihm plötzlich das beklemmende Gefühl aufkommen, als sei auch er selbst damit gemeint. Einen Moment lang schwieg er wie gelähmt, dann schüttelte er die unangenehme Empfindung ab und sagte ärgerlich: »Das können wir doch wirklich nachher noch in aller Ruhe besprechen, jetzt gibt es Wichtig-«

»Es wird kein Nachher mehr geben, wenn du jetzt nicht endlich ruhig bist und mir zuhörst«, korrigierte sie kühl. Der Schreck über ihre Worte ließ ihn tatsächlich verstummen. »Na also. Ich hoffe, du bist dir darüber im klaren, daß diese Entscheidung einige Konsequenzen haben wird. Wenn ich weiter berufstätig bin, kann ich natürlich nicht so viel im Haushalt tun. Wir werden also zu einer fairen Lastenverteilung kommen müssen: Du die Hälfte, ich die Hälfte - da wir ja beide berufstätig sind.« - »Natürlich kannst du von mir Putzhilfen bekommen, so viele du willst«, versicherte er hastig, »das ist doch gar kein Problem! Und jetzt laß uns…« - »Das meine ich nicht!« unterbrach sie ihn scharf. »Wirst du mich gefälligst ausreden lassen! Ich meine keine bezahlten Frauen, sondern dich!« Er wurde rot. »Aber Liebling, das geht doch nicht, dafür habe ich doch gar keine Zeit!«

»Dann wirst du dir diese Zeit eben nehmen.« Sie stand vom Bett auf und lehnte sich wieder an die Fensterbank, verschränkte die Arme und sah kühl auf ihn herab. »Alles kannst du auch als Chef nicht delegieren - deine Büroarbeit vielleicht, aber nicht mich!« - »Aber natürlich nicht, an den Abenden werde ich nur für dich da-«

Mit einer Geste des Unwillens schnitt sie ihm das Wort ab. Auf einmal konnte er sich vorstellen, wie sie allein durch eine solche Geste eine tobende Schulklasse zur Ruhe brachte. Eine Geste, die nichts Gutes verhieß, ebenso wenig wie ihr Gesichtsausdruck. »Hör zu: Ich möchte mein Leben mit dir verbringen. Ich habe keine Lust, hier allein zu Hause im goldenen Käfig zu sitzen und darauf zu warten, bis mein Göttergatte vielleicht mal spät abends endlich Zeit und Lust hat, hier zu erscheinen und mir gnädig ein klitzekleines bißchen von seiner kostbaren Zeit zuzuteilen, das bißchen, das ihm seine vielen Termine und Geschäftsreisen übrig lassen - wenn es überhaupt Geschäftsreisen sind!« Ihr Ton wurde schärfer. »Oder wie war das vor zwei Wochen mit der Tagung in Baden-Baden?« - »Wieso, w-was soll da gewesen sein?« stotterte er und fühlte, wie er noch röter wurde, »das war eine ganz normale Tagung, nichts weiter - au!!«

Mit zwei Schritten war sie auf ihn zugetreten und hatte ihm eine geklebt, die erste Ohrfeige, seit er zwölf oder dreizehn Jahre alt geworden war. »Lüg mich nicht an!« zischte sie ihm ins Gesicht. »Eine Tagung war es natürlich, aber mit einem höchst attraktiven Beiprogramm in Gestalt deiner neuen Praktikantin.« - »Das ist nichts Ernstes, wirklich nicht, glaube mir!« beschwor er sie in Panik. »Das ist…« - er suchte nach Worten - »…das ist eben einfach so passiert!« - »Einfach so!« Spöttisch lächelte sie ihn an. »Das passiert also einfach so, ohne daß einer der Beteiligten es will. Ah ja. Interessant. Man könnte meinen, man habe es mit unmündigen Kindern zu tun, die nichts alleine entscheiden können.« Ihr Grinsen verstärkte sich, als sie mit ihrer rechten Hand seine elegante Hose öffnete und in den offenen Latz hineingriff. »Laß das!« sagte sie scharf und gab mit ihrer Linken seinem rechten Handrücken einen kräftigen Klaps, als er zu einer Abwehrbewegung ansetzen wollte. »Das gehört jetzt mir«, sagte sie wollüstig, als sie seine Weichteile in der Hand hatte, »mir ganz allein. Niemandem sonst. Haben wir uns verstanden?« Ihre Stimme wurde gefährlich leise, und sie erhöhte und verringerte den Druck auf seine kostbarsten Teile mehrmals, verbat sich aber seine Abwehrversuche energisch durch eine ruckartige Geste. Beinahe wehrlos stand er vor ihr. Er war in ihrer Hand. Genüßlich spielte sie mit den Piercings, die er sich auf ihr hartnäckiges Bitten und Betteln dort hatte setzen lassen. Dort sieht sie ja keiner, war immer ihr stärkstes Argument gewesen. Als er seine Hände endlich resigniert zu beiden Seiten seines Körpers fallen ließ, holte sie mit ihrer freien Hand aus ihrem Handtäschchen einen Gegenstand hervor, wendete ihn vor seinen Augen, weidete sich an seiner Verblüffung. Ein knallrotes Vorhängeschlößchen in Herzform, geschmückt mit den Initialen R. S.. Ihren Initialen. Voll Vergnügen ließ sie den kleinen metallenen Gegenstand in seinem Hosenlatz verschwinden. Der elegant gekleidete Verlobte hörte ein Klicken und spürte einen leichten Zug an seinen edelsten Teilen. »So, mein Lieber, und der Schlüssel bleibt bei mir.« - »Du hast vergessen, daß deine Initialen bald R. B. lauten werden«, wandte er müde ein. »Hab ich nicht«, hauchte sie ihm freudig ins Gesicht, als teile sie ihm eine freudige Überraschung mit. »Du wirst auf dem Standesamt laut und vernehmlich allen mitteilen, daß du aus Liebe zu mir meinen Familiennamen annehmen wirst. Du kennst doch sicher den alten Schlager ›Er gehört zu mir wie mein Name an der Tür…‹« Sie summte voll Begeisterung die Melodie. »Aber-« setzte er murmelnd zu neuem Widerspruch an, bevor sie mit einem Kuß seinen Mund schloß. Sie stand jetzt hautnah vor ihm, ihre Lippen auf den seinen. Ihre Brüste streiften ihn, ihre rechte Hand steckte immer noch in seinem Hosenlatz und knetete seine Weichteile. Etwas wollte sich regen, wurde aber sofort von metallenen Fesseln schmerzhaft gebremst. »Natürlich kann dein Unternehmen weiterhin wie bisher heißen«, sagte sie großzügig.

Plötzlich wurde hinter ihnen die Tür aufgerissen. »Also hier steckt ihr, hab’ ich mir doch beinahe schon gedacht!« Es war sein ältester und bester Geschäftsfreund, der hereinplatzte, aber schon nach zwei Schritten innehielt und den Blick auf die halb heruntergerutschte Hose des Bräutigams und die darin steckende Hand der Braut richtete. Die Braut lächelte bestrickend. »Schon gut, wir kommen gleich. Ich muß nur noch rasch eine Kleinigkeit an seiner Hose nähen.« Sie blinzelte ihm verschwörerisch zu, bis auf seinem Gesicht ein schelmisches Grinsen erschien. »Ich verstehe.« Er machte kehrt und schlug die Tür wieder hinter sich zu.

»Wir werden ein wundervolles Leben haben«, fing sie wieder an, bevor er auch nur ein Wort sagen konnte. »Ich liebe dich nämlich wirklich. Und was man liebt, muß man sorgfältig bewachen und bewahren. Du wirst einen Teil deiner Arbeit in der Firma an andere delegieren, du wirst jeden Nachmittag beizeiten - sagen wir: um vier Uhr - hier erscheinen, und dann werden wir in Haus und Garten arbeiten, uns unterhalten und abends vielleicht ausgehen. Du weißt schon: ›Einer trage des anderen Last.‹ Nachher in der Kirche wirst du’s noch mal hören. Und denk immer daran: Wenn ich zu viel Hausarbeit machen muß, dann bin ich abends immer schreeeecklich müde. Und dann hab’ ich üüüüüberhaupt keine Lust mehr auf Sex.« Mit einem sardonischen Lächeln knetete sie seine gebundenen Genitalien. Plötzlich ließ sie ihn los und schien sich an etwas zu erinnern. »Ach ja - daß du wegen deiner Untreue eine kleine Strafe verdient hast, siehst du hoffentlich selber ein. Wenn nicht, gibt’s einen kleinen Zuschlag.« Sie bückte sich, zog einen langen, dünnen Rohrstock unterm Bett hervor und legte ihn auf die Kissen.

Au (Hinter-)Backe - das wird ein schmerzhaftes Erlebnis für ihn werden! Lesen Sie mehr in unserem bewegenden Buch! ;-)



Die Gesellschaftsreportage

»The show must go on« - ein echter Knüller


Ein letztes Zupfen an den Manschetten und Frackschößen, ein zufriedener Blick in den Spiegel in der Eingangshalle, aus dem ihm ein verdammt gutaussehender Mann mit selbstbewußtem Gesichtsausdruck entgegenblickte - ja, heute war sein großer Tag! Stolz wölbte sich seine Hemdbrust, und ein Gefühl von Glück und Erfolg durchströmte ihn wohlig, als er seine Augen langsam durch den prächtig dekorierten Saal und die allmählich hereinströmenden illustren Gäste wandern ließ. Hier ein Aufsichtsratsvorsitzender, da ein Chef eines der größeren Adelshäuser - er kannte sie alle… »Traumhochzeiten«, Vernissagen, diplomatische Empfänge: Überall war er als führender Gesellschaftsreporter Gast gewesen - wegen seiner scharfen Zunge nicht immer ein gern gesehener Gast, aber akzeptiert. Die kennen doch alle das Spiel und wissen, daß sie ohne uns nichts sind. Was im Mittelalter echte Verehrung für echte Autorität und Macht war, ist heute doch das skandalgeile Interesse einer klatschsüchtigen Öffentlichkeit. Ohne die Yellow Press, auf die sie unentwegt schimpften, wäre doch die ganze haute volée im Bewußtsein der Öffentlichkeit längst zu einem Nichts geschrumpft. Voller Genuß betrachtete er das allmähliche Eintreffen hoher und höchster Würdenträger und Adelssprößlinge mitsamt ihrer edel gewandeten, hocheleganten Frauen und Töchter. Eine der hübschesten Töchter des Hochadels würde heute ihr Jawort einem überaus gutaussehenden Bürgerlichen mit besten Aussichten geben. Eine Traumhochzeit, die überall Beachtung finden wird. Normalerweise hätte er sich jetzt - zumindest im Geiste - schon eifrig Notizen gemacht, seinen Photoapparat gezückt, wäre innerlich voller Unruhe gewesen. Heute nicht. Wieder durchströmte ihn ein Glücksgefühl wie eine heiße Woge. Heute war er die Hauptperson. ihm würde Gunthild von Schefferstein heute Treue und Gehorsam geloben, die einzige Tochter des alten Grafen und sein Ein und Alles.

Na, wenn das mal nicht ganz anders ausgeht - vielleicht so?: